Amadeu Antonio Stiftung: „Kritik oder Antisemitismus? Eine pädagogische Handreichung zum Umgang mit israelbezogenem Antisemitismus“ (2015)

Ama­deu Anto­nio Stif­tung: „Kri­tik oder Anti­se­mi­tis­mus? Eine päd­ago­gi­sche Hand­rei­chung zum Umgang mit israel­be­zo­ge­nem Anti­se­mi­tis­mus“ (2015)

Amadeu Antonio Stiftung: "Kritik oder Antisemitismus? Eine pädagogische Handreichung zum Umgang mit israelbezogenem Antisemitismus" (2015)

Im Som­mer 2014, wäh­rend des Gaza-Krie­ges, zeig­te sich, wie schnell der Anti­se­mi­tis­mus in der deut­schen Gesell­schaft abruf­bar ist: Bei Demons­tra­tio­nen for­der­ten Sprech­chö­re »Juden ins Gas« oder wünsch­ten sich Adolf Hit­ler zurück. Eine hohe Zahl kör­per­li­che Über­grif­fe auf Jüd_innen und der Brand­an­schlag auf die Syn­ago­ge in Wup­per­tal waren nur die äußer­lich sicht­bars­ten Zei­chen die­ses Anti­se­mi­tis­mus.

Mit der vor­läu­fi­gen Beru­hi­gung der Lage in Gaza und Isra­el ver­schwan­den die­se sehr prä­sen­ten Zei­chen aus dem öffent­li­chen Blick. Also alles noch­mal gut gegan­gen? Bei wei­tem nicht: 70 Jah­re nach Ende der Nazi-Herr­schaft haben vie­le Jüd_innen in Deutsch­land wie­der Angst, sich als Jüd_innen erkenn­bar zu zei­gen. Sie wis­sen: Der Anti­se­mi­tis­mus, der wäh­rend des Gaza-Krie­ges schein­bar von heu­te auf mor­gen an die Ober­flä­che schnell­te, ist geblie­ben und kann jeder­zeit wie­der auf­tau­chen.

Vie­le Praktiker_innen der päd­ago­gi­schen Arbeit sind ange­sichts des vor­herr­schen­den Anti­se- mit­is­mus mit gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen kon­fron­tiert. Die Fra­gen, die auch an uns her­an­ge­tra­gen wer­den, sind häu­fig ähn­lich: Wo fängt der Anti­se­mi­tis­mus in Bezug auf Isra­el genau an? Wie kann päd­ago­gisch gegen (israel­be­zo­ge­nen) Anti­se­mi­tis­mus vor­ge­gan­gen wer­den, sowohl vor­beu­gend als auch bei einer erneu­ten Eska­la­ti­on im Isra­el-Paläs­ti­na-Kon­flikt? Inwie­fern spielt Ras­sis­mus eine Rol­le bei der öffent­li­chen Fokus­sie­rung auf den Anti­se­mi­tis­mus aus mus­li­misch sozia­li­sier­ten Milieus?

Bei die­sen und wei­te­ren Fra­gen zur päd­ago­gi­schen Bear­bei­tung von israel­be­zo­ge­nem Anti­se­mi­tis­mus soll unse­re Hand­rei­chung eine Hil­fe­stel­lung leis­ten. Die Publi­ka­ti­on macht die vie­len Facet­ten die­ses »über­la­den­den Pro­blems« (Anet­ta Kaha­ne) deut­lich und stellt Ergeb­nis­se unse­rer jah­re­lan­gen Beschäf­ti­gung mit dem The­ma dar.

Unse­re Bro­schü­re rich­tet sich sowohl an päd­ago­gi­sche Fach­kräf­te wie auch an Per­so­nen, die im Beruf oder All­tag mit eini­gen der auf­ge­zähl­ten Fra­gen zu tun haben und sich damit allein­ge­las­sen oder über­for­dert füh­len. (Aus­zug aus der Ein­lei­tung, S. 3)

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