Grußworte

über die AG Juden und Christen:

Josef Schuster © Thomas Lohnes, Zentralrat der Juden

Dr. Josef Schuster

»Als Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland unterstütze ich die intensive und produktive Auseinandersetzung der AG Juden und Christen auf dem Kirchentag mit den zentralen Fragen des jüdisch-christlichen Dialogs. Dazu gehört die Reflexion über die Geschichte des christlichen Antisemitismus bis hin zur Schoah, ebenso wie die Entwicklung von Neuansätzen des jüdisch-christlichen Verhältnisses. Verbindendes und Trennendes zwischen den Religionen gilt es hierbei zu reflektieren und somit eine Grundlage für eine zukunftsorientierte Zusammenarbeit zu schaffen.

Seit seiner Gründung fördert der Zentralrat der Juden die Beziehungen zwischen den Religionsgemeinschaften in Deutschland, die einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung und Weiterentwicklung der politischen Kultur leisten. Selbstbewusste Vertreter und Vertreterinnen der jüdischen Gemeinschaft wissen um die Vergangenheit, aber auch die Chancen, die sich in unserer demokratischen Gesellschaft eröffnen. Vor diesem Hintergrund ist der jüdisch-christliche Dialog immer auch Seismograph für gesellschaftliche Veränderungen und Gefährdungen. Möge die Arbeit der AG weiterhin die Verständigung zwischen Juden und Christen auf Augenhöhe fördern.«

Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, K.d.ö.R.

Ellen Ueberschaer © DEKT

Dr. Ellen Ueberschär

»Ein Spatenstich in satten grünen Grasboden, aber die Bodenschichten erweisen sich als Längsschnitt durch eine schmackhafte Torte: Nicht das, was Sie erwarten! – mit einer bildstarken Kampagne warb das Jüdische Museum Berlin vor einigen Jahren um Besucherinnen und Besucher. Nicht das, was Sie erwarten – so ist es auch mit dem jüdisch-christlichen Gespräch beim Deutschen Evangelischen Kirchentag: Überraschendes, Neues, bisher Unentdecktes findet sich in seinen Programmen, Themen und Debatten. Die Arbeitsgemeinschaft Juden und Christen beim Deutschen Evangelischen Kirchentag ist ein lebendiger Kreis von Menschen, der aus einer denkwürdigen Geschichte lebt. Auf dem Berliner Kirchentag 1961 zum ersten Mal mit einer Veranstaltung an die Öffentlichkeit getreten, gehört das Zentrum Juden und Christen heute zu den programmatischen Säulen des Kirchentages. Zwischenzeitlich fast zerrissen von unterschiedlichen Perspektiven auf politische Krisen, hat die Arbeitsgemeinschaft mit ihrem klaren theologischen und erinnerungspolitischen Kurs Kirchentage geprägt.
Das gemeinsame Interesse an Theologie, die streitbare Neugier auf die Meinungen Anderer, die Suche nach verantwortlichem Handeln und Sprechen in Kirche und Öffentlichkeit nach der Shoa und – eine große spirituelle Kraft halten diesen Kreis lebendig und kräftig. Leider musste er im Sommer 2016 den Verlust seiner Vorsitzenden verkraften. Aber die starke Ausstrahlungskraft bleibt. Und nun – eine eigene digitale Plattform, auf der vielleicht, nein sicher, nicht das zu lesen ist, was Sie erwarten, sondern viel mehr: Überraschendes, Neues, bisher Unentdecktes und Unausgesprochenes. Ich wünsche dieser neuen digitalen Heimatstatt der Arbeitsgemeinschaft viele neugierige Leserinnen Leser, die sich locken lassen zu unseren Kirchentagen, und sich von Angesicht zu Angesicht begegnen.«

Ehemalige Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages (2006–2017)

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AG

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