Die AG Juden und Christen trauert um ihr Vorstandsmitglied Martina Severin-Kaiser ז״ל

Dein Wort ist meines Fußes Leuchte
und ein Licht auf meinem Weg.
Ps 119,105

Wir trauern um Pfarrerin Martina Severin-Kaiser

Es fehlen alle Worte und wir sind schockiert und können es nicht glauben, dass ihre Stimme im jüdisch- christlichen Gespräch plötzlich verstummt und ihre lebendigen und unkonventionellen Ideen uns nicht mehr begleiten. Wir danken für so vieles, was sie in Gang gebracht hat, doch macht das unsere Trauer nur größer. Viel zu früh haben wir eine zugewandte, engagierte wahre Schwester verloren. Sie war in der Welt zuhause und hat fremde Welten anderen bekannt gemacht und nahe gebracht. Als Juden und Christen, die im jüdisch-christlichen Gespräch und in der Arbeitsgemeinschaft Juden und Christen beim Deutschen Evangelischen Kirchentag aktiv sind, werden wir sie unendlich vermissen.

תהא נפשה צרורה בצרור החיים
Möge ihre Seele in das Bündel
des Lebens eingebunden sein.

Aline Seel, Daniel Kempin, Doron Kiesel, Frederek Musall, Christian Staffa

Dimitrij Belkin, Christina Biere, Gabriele und Dan Bober, Jörn Böhme, Micha Brumlik, Marlene und Frank Crüsemann, Alexander Deeg, Ernst-Michael Dörrfuß, Jürgen Ebach, Astrid Fiehland und Rien van der Vegt, Volker Haarmann, Anja Harzke, Milena Hasselmann und Ann-Kathrin Kutzenberger, Marie Hecke, Hans Hermann Henrix, Tania Klaczko, Anne-Kathrin und Wolfgang Kruse, Silke Lechner, Jonas Leipziger, Hanna Lehming, Dalia Marx, Martin Majer, Christl Meier, Dagmar Mensink, Rickleff Münnich, Dagmar Pruin, Stephan Reimers, Ruth Röcher, Rahel Schaller, Werner Schneider-Quindeau, Ulrich Schwemer, Gabi Scherle, Bernd Schröder, Angela Standhartinger, Hildegart Stellmacher, Marie-Luise und Martin Stöhr, Andrea Thiemann, Jürgen Wandel, Klaus Wengst, Jeanine und Alfred Wittstock, Gabriele Wulz.

Kurzbiographie

 

Geboren 1959 in Eutin verbrachte Martina Severin-Kaiser ihre Schulzeit in Lübeck. Nachdem Theologie-und Geschichtsstudium in Münster, Tübingen, Jerusalem und Hamburg arbeitete sie in Jerusalem in interreligiösen und christlich ökumenischen Initiativen. Füracht Jahre war sie im Anschluss Pastorin in Hamburg-Steilshoop, einem multikulturellen Stadtteil. Dort war sie u.a. in der Frauenarbeit tätig, stellte die Arbeit mit Seniorinnen und Senioren auf neue Beine und war in der Entwicklung des Stadtteils engagiert. Von 1996-2004 leitete sie die deutschsprachige evangelische Gemeinde in Brüssel und in derWallonie. Sie öffnete in Stellenteilung mit ihrem Mann die Gemeinde im internationalen Umfeld als Diskussionsforum im vorpolitischen Raum und als offenen Ort für junge Menschen und Familien. Während dieser Zeit war sie als Delegierte der Konferenz europäischer Kirchen an gemeinsamen Projekten der internationalen Ökumene und in Gremien der Europäischen Institutionen im interreligiösen Gespräch beteiligt.

Seit 2004 hat Martina Severin-Kaiser als Ökumenebeauftragte der Nordkirche besonders die Zusammenarbeit mit den vielen Gemeinden anderer Sprache und Herkunft im Bereich der Nordkirche gestaltet. Sie leitete bis Ende letzten Jahres die Arbeit der regionalen Hamburger Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK), einem Zusammenschluss von derzeit 36 verschiedenen Kirchen und Gemeinden. Bis heute gehört sie zum Vorstand des Trägervereins „Ökumenisches Forum HafenCity“. In diesem deutschlandweit einmaligen Projekt gehen 20 verschiedene Kirchen einen neuen Weg christlicher Präsenz Mitten in der Stadt. Ihre Themenschwerpunkte der letzten Jahre waren u.a. die Entwicklung einer alltagstauglichen interkulturellen Theologie.

Kirchentag trauert um Martina Severin-Kaiser

Der Deutsche Evangelische Kirchentag trauert um Martina Severin-Kaiser, die am Freitag im Alter von 57 Jahren überraschend in Hamburg verstorben ist. Die Hauptpastorin der City-Kirche St. Petri in Hamburg war seit über 20 Jahren bei Kirchentagen aktiv und seit 2009 christliche Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Juden und Christen.

Generalsekretärin Ellen Ueberschär: „Martina Severin-Kaiser war in den letzten Jahren gewissermaßen das Herz der Arbeitsgemeinschaft. Sie hat mit ihrer fachlichen Kompetenz immer wieder neue Akzente im jüdisch-christlichen Gespräch gesetzt und mit ihrer offenen und herzlichen Art Menschen für diese Arbeit begeistern können. Unser Mitgefühl gilt ihrer Familie und allen, die um Martina Severin-Kaiser trauern.“

Der Vorstand der AG Juden und Christen (Daniel Kempin, Doron Kiesel, Frederek Musall, Aline Seel, Christian Staffa): „Es fehlen alle Worte. Wir sind schockiert und können nicht glauben, dass die Stimme von Martina Severin-Kaiser verstummt und dass ihre lebendigen und unkonventionellen Ideen uns nicht mehr begleiten. Wir werden sie als Vorstand der AG unendlich vermissen und wissen auch, dass es allen so geht, die mit ihr gearbeitet und gelebt haben.“

Mit Martina Severin-Kaiser verliert der Kirchentag eine engagierte Persönlichkeit des christlich-jüdischen Dialogs. In Bibelarbeiten hat die AG-Vorsitzende immer wieder theologische Impulse gesetzt und als Ökumenebeauftragte der Nordkirche das ökumenische und interreligiöse Profil des Hamburger Kirchentages 2013 entscheidend geprägt.

AG

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