Aktuelle Mitglieder der AG Juden und Christen beim Deutschen Evangelischen Kirchentag

Dr. Dmitrij Belkin

© Dmitrij Belkin

Refe­rent / Ernst Lud­wig Ehr­lich Stu­di­en­werk (ELES) – Jüdi­sche Begab­ten­för­de­rung / His­to­ri­ker, Kura­tor, Autor / Ber­lin

Dr. Dmi­trij Bel­kin (geb. 1971 in der UdSSR), His­to­ri­ker, Aus­stel­lungs­ma­cher, Publi­zist, Refe­rent bei ELES und Vor­stands­mit­glied der AG Juden und Chris­ten beim Deut­schen Evan­ge­li­schen Kir­chen­tag. Dezem­ber 1993: Aus­wan­de­rung nach Deutsch­land als jüdi­scher ›Kon­tin­gent­flücht­ling‹. Stu­dier­te Geschich­te und Phi­lo­so­phie in Dne­pro­pe­trovsk (Ukrai­ne) und Tübin­gen, wo er auch pro­mo­vier­te. Tätig­keit als Wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter in Tübin­gen (Insti­tu­tum Judai­cum) und Frank­furt (MPI für Rechts­ge­schich­te). For­schungs­auf­ent­halt in den USA, Sti­pen­di­en an der NYU und Har­vard Uni­ver­si­ty. Kura­tor im Jüdi­schen Muse­um Frank­furt, breit dis­ku­tier­te Aus­stel­lun­gen »Aus­ge­rech­net Deutsch­land! Jüdisch-rus­si­sche Ein­wan­de­rung in die Bun­des­re­pu­blik« (2010), »Bild dir dein Volk! Axel Sprin­ger und die Juden« (2012-13). Mono­gra­phie mit den zahl­rei­chen jüdisch-christ­li­chen Bezü­gen: »Gäs­te, die blei­ben: Vla­di­mir Solov’ev, die Juden und die Deut­schen« (Ham­burg, 2008). Aka­de­mi­sche Arti­kel sowie Ver­öf­fent­li­chun­gen in der gesamt­deut­schen Tages­pres­se und öffent­li­che Auf­trit­te. 2016 erschien im Cam­pus Ver­lag sein deutsch­land­weit dis­ku­tier­tes Buch »Ger­ma­ni­ja. Wie ich in Deutsch­land jüdisch und erwach­sen wur­de«. Im Juni 2017 erscheint der von ihm mit­her­aus­ge­ge­be­ne Band »Neu­es Juden­tum – altes Erin­nern? Zeit­räu­me des Geden­kens« (Hen­t­rich & Hen­t­rich); Foto: Ger­hard Pau­ly

Dr. Dmitrij Belkin

© Dmitrij Belkin

Refe­rent / Ernst Lud­wig Ehr­lich Stu­di­en­werk (ELES) – Jüdi­sche Begab­ten­för­de­rung / His­to­ri­ker, Kura­tor, Autor / Ber­lin

»Wir Migran­ten und Migran­tin­nen sind Cha­mä­le­ons. Wir müs­sen mimi­krie­ren. Wie pas­se ich mich so an, dass das halb­wegs geht und ich den Ande­ren und mir selbst nicht so fremd vor­kom­me? Wer kennt die­se Fra­ge nicht? Wenn eine migran­ti­sche Situa­ti­on dazu noch jüdisch ist und das Gan­ze sich in Deutsch­land abspielt, wird der neu­ro­ti­sche Zusam­men­hang per­fekt. Die Suche nach den weni­gen adäqua­ten Orten des eige­nen Agie­rens wird nicht sel­ten zu einer para­do­xen Ach­ter­bahn­fahrt. Wenn man die­sen Ort fin­det – die AG ist für mich sicher­lich einer davon – will man die Ver­ant­wor­tung über­neh­men. Mei­ne Visi­on für die AG und den jüdisch-christ­li­chen Dia­log ist vor allem kom­mu­ni­ka­ti­ver und sprach­po­li­ti­scher Natur: Wie ent­staubt man die Denk- und Sprach­fi­gu­ren der Ver­gan­gen­heit, die heu­te höchs­tens zu musea­li­sie­ren sind? Wie kom­mu­ni­ziert man mit­ein­an­der und mit der Außen­welt in einer Spra­che, die der jun­gen Gene­ra­ti­on (etwa unse­rer Sti­pen­dia­ten) zugäng­lich ist und zugleich Geschich­te und Erin­ne­rung nicht über Bord wirft? Wie berück­sich­tigt man im Dia­log die (reli­giö­se) Geschich­te einer hier­zu­lan­de immer noch kaum bekann­ten Grup­pe namens ›post­so­wje­ti­sche Juden‹, die im Wesent­li­chen das Juden­tum Deutsch­lands von heu­te sind? Wie gestal­tet sich eine inter­re­li­giö­se und kom­mu­ni­ka­ti­ve ›Augen­hö­he‹ der Juden und Chris­ten in einer Situa­ti­on, in der man sich für ›die Augen‹ des/der Ande­ren immer weni­ger zu inter­es­sie­ren scheint? Sich die­sen The­men gewohnt fun­diert und moti­vie­rend inno­va­tiv zu wid­men, könn­te die schö­ne Agen­da ›mei­ner‹ AG der Zukunft sein.«

Dr. Dmitrij Belkin

© Dmitrij Belkin

Refe­rent / Ernst Lud­wig Ehr­lich Stu­di­en­werk (ELES) – Jüdi­sche Begab­ten­för­de­rung / His­to­ri­ker, Kura­tor, Autor / Ber­lin

Arti­kel und Bei­trä­ge auf die­sen Sei­ten von Dmi­trij Bel­kin fin­den Sie hier.

Dany Bober

Dany Bober © Thomas Waschik

Schau­spie­ler und Lie­der­ma­cher

Ich bin 1948 im Nor­den Isra­els gebo­ren. 1956 remi­grier­ten mei­ne Eltern mit mir in die Geburts­stadt mei­nes Vaters, Frank­furt am Main. Hier bin ich auf­ge­wach­sen und lebe seit 1976 in Wies­ba­den (Foto: Tho­mas Waschik).

Dany Bober

Dany Bober © Thomas Waschik

Schau­spie­ler und Lie­der­ma­cher

»Seit 1975 ›sin­ge und sage‹ ich in deutsch­spra­chi­gen Län­dern vom Juden­tum, leis­te auf Ver­an­stal­tun­gen der Deut­schen Katho­li­ken­ta­ge mei­ne Lied- und Wort­bei­trä­ge und bin seit 1980 akti­ves Mit­glied der AG. Aus die­sem Grun­de laden mich auch ger­ne libe­ra­le Syn­ago­gen- und Kir­chen­ge­mein­den ein. Dar­über hin­aus habe ich einen gro­ßen Kreis unse­rer säku­la­ren und plu­ra­lis­ti­schen Gesell­schaft in Thea­ter- und Rat­haus­foy­ers, auf Klein­kunst­büh­nen, durch Ver­pflich­tun­gen bei Kunst­ver­ei­nen, demo­kra­tisch poli­ti­schen Par­tei­en und Gewerk­schaf­ten erreicht.

Mein ›Feature‹-Programm – eine belieb­te Klein­kunst­form in der Zeit der Wei­ma­rer Repu­blik: Im Mit­tel­punkt eines Thea­ter­stü­ckes steht nicht die Hand­lung, son­dern ein The­ma, das mit den unter­schied­lichs­ten Stil­ele­men­ten wie Lied, Bericht, Plau­de­rei und Humor abge­han­delt wird – ist ein Streif­zug durch die Geschich­te des Juden­tums.  Von teil­wei­se eige­nen Ver­to­nun­gen der Psal­men König David und Salo­mo führt mein Pro­gramm über das baby­lo­ni­sche Exil, die hel­le­nis­ti­sche und römi­sche Zeit sowie das mit­tel­al­ter­li­che Spa­ni­en – und nach einer Pau­se – zum deut­schen Juden­tum sowie  den jid­di­schen Volks­wei­sen Ost­eu­ro­pas. Zwi­schen den Lie­dern erzäh­le ich die Geschich­te, die den Rah­men zu mei­nen Lie­dern bil­det. Pro­sa und Gedich­te aus dem jüdisch-preu­ßi­schen Ber­lin und Frank­furt am Main des 19. Jh. run­den das Fea­ture lie­be­voll-iro­nisch ab. Die Frank­fur­ter Rund­schau schrieb: ›…. Ein Abend der zeig­te, dass Unter­hal­tung durch­aus was mit Hal­tung zu tun hat. Und dass es mög­lich ist, ein ernst­haf­tes The­ma ohne die durch­kon­stru­ier­te Hand­lung eines Thea­ter­stü­ckes publi­kums­wirk­sam auf die Büh­ne zu brin­gen.‹«

Prof. Dr. Micha Brumlik

Micha Brumlik © Universität Frankfurt

Erzie­hungs­wis­sen­schaft­ler und Publi­zist

Gebo­ren 1947 in Davos, Schweiz, lebt heu­te in Ber­lin. Nach einem Stu­di­um der Päd­ago­gik und Phi­lo­so­phie in Jeru­sa­lem und Frankfurt/Main war er wis­sen­schaft­li­cher Assis­tent der Päd­ago­gik in Göt­tin­gen und Mainz, danach Assis­tenz­pro­fes­sor in Ham­burg. Von 1981 bis 2000 lehr­te er Erzie­hungs­wis­sen­schaft an der Uni­ver­si­tät Hei­del­berg. Von 2000-2013 Pro­fes­sor am Insti­tut für All­ge­mei­ne Erzie­hungs­wis­sen­schaft der Johann Wolf­gang Goe­the-Uni­ver­si­tät Frank­furt am Main mit dem Schwer­punkt »Theo­rie der Erzie­hung und Bil­dung«. Dane­ben lei­te­te er von Okto­ber 2000 bis 2005 als Direk­tor das Fritz Bau­er Insti­tut, Stu­di­en- und Doku­men­ta­ti­ons­zen­trum zur Geschich­te und Wir­kung des Holo­caust, in Frank­furt am Main. For­schungs­schwer­punk­te: Päd­ago­gik,  Ethik, Theo­rie und Empi­rie mora­li­scher Sozia­li­sa­ti­on, Reli­gi­ons­phi­lo­so­phie.
Gegen­wär­tig ist er »Seni­or Advi­sor« am Zen­trum jüdi­sche Stu­di­en Ber­lin /Brandenburg und Mit­her­aus­ge­ber von »Jal­ta – Posi­tio­nen zur jüdi­schen Gegen­wart«; letz­te Buch­pu­bli­ka­ti­on: Wann, wenn nicht jetzt. Ver­such über die Gegen­wart des Juden­tums, Ber­lin 2015. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen fin­den sich auch auf mich​abrum​lik​.de.

Maria Coors M.A.

Maria Coors © Privat

His­to­ri­ke­rin, Jus­tus-Lie­big-Uni­ver­si­tät Gie­ßen

Stu­di­um der evan­ge­li­schen Theo­lo­gie, Geschich­te, Juda­is­tik und Päd­ago­gik in Greifs­wald, Tübin­gen, Jeru­sa­lem, Lub­lin und Lon­don. Beruf­li­che Tätig­keit im Bereich der poli­ti­schen und his­to­ri­schen Bil­dungs­ar­beit. 2014/2015 Stu­di­en­lei­te­rin des Pro­gramms Stu­di­um in Isra­el. Seit 2016 Pro­mo­ti­on zu jüdisch-pol­ni­schen Bezie­hun­gen in der Zwi­schen­kriegs­zeit am Gie­ße­ner Zen­trum Öst­li­ches Euro­pa und dem Her­der­insti­tut Mar­burg.

Prof. Dr. Frank Crüsemann

Frank Crüsemann © Privat

Eme­ri­tier­ter Pro­fes­sor für Altes Tes­ta­ment, Bie­le­feld

Geb. 1938 in Bre­men. Stu­di­um der evan­ge­li­schen Theo­lo­gie. Pro­mo­ti­on 1968 in Mainz mit einem Psal­men­the­ma. Habi­li­ta­ti­on für Altes Tes­ta­ment 1975 in Hei­del­berg. 1972-1982 Betei­li­gung an archäo­lo­gi­schen Gra­bun­gen in Isra­el. 1980-2004 Prof. für Altes Tes­ta­ment an der Kirch­li­chen Hoch­schu­le Bethel, Bie­le­feld. Seit ca. 1990 insti­tu­tio­nel­le Betei­li­gung am christ­lich-jüdi­schen Dia­log. Wis­sen­schaft­li­che Schwer­punk­te: Sozi­al- und Rechts­ge­schich­te des alten Isra­el; Her­me­neu­tik und Theo­lo­gie des Alten Tes­ta­ments und der christ­li­chen Bibel; Erneue­rung des Ver­hält­nis­ses zum Juden­tum. Wich­tigs­te Publi­ka­tio­nen: Die Tora. Theo­lo­gie und Sozi­al­ge­schich­te des alt­tes­ta­ment­li­chen Geset­zes, 1992, 3. Aufl. 2005; Das Alte Tes­ta­ment als Wahr­heits­raum des Neu­en. Die neue Sicht der christ­li­chen Bibel, 2011, 2. Auf. 2015.

Prof. Dr. Alexander Deeg

Pro­fes­sor für Prak­ti­sche Theo­lo­gie an der Theo­lo­gi­schen Fakul­tät der Uni­ver­si­tät Leip­zig, Lei­ter des Lit­ur­gie­wis­sen­schaft­li­chen Insti­tuts der VELKD

Geb. 1972 in Rehau (Ober­fran­ken). Stu­di­um der evan­ge­li­schen Theo­lo­gie und Juda­is­tik in Erlan­gen und Jeru­sa­lem. Pfar­rer der evan­ge­lisch-luthe­ri­schen Kir­che in Bay­ern. 2000 bis 2009 Assis­tent am Lehr­stuhl für Prak­ti­sche Theo­lo­gie (Prof. Dr. Mar­tin Nicol) in Erlan­gen. 2005 Pro­mo­ti­on mit einer Arbeit zur Pre­digt im jüdisch-christ­li­chen Kon­text (Pre­digt und Der­ascha. Homi­le­ti­sche Text­lek­tü­re im Dia­log mit dem Juden­tum). 2011 Habi­li­ta­ti­on mit Über­le­gun­gen zur evan­ge­li­schen Fun­da­ment­al­lit­ur­gik. 2009 bis 2011 Lei­ter des Zen­trums für evan­ge­li­sche Pre­digt­kul­tur der EKD in Wit­ten­berg. Seit 2011 Pro­fes­sor für Prak­ti­sche Theo­lo­gie in Leip­zig

Prof. Dr. Alexander Deeg

Pro­fes­sor für Prak­ti­sche Theo­lo­gie an der Theo­lo­gi­schen Fakul­tät der Uni­ver­si­tät Leip­zig, Lei­ter des Lit­ur­gie­wis­sen­schaft­li­chen Insti­tuts der VELKD

»Ich habe sehr ger­ne in Erlan­gen Theo­lo­gie stu­diert; aber das bes­te Jahr mei­nes Stu­di­ums war ohne Zwei­fel mein Jahr mit ›Stu­di­um in Isra­el‹ an der Hebräi­schen Uni­ver­si­tät Jeru­sa­lem. Die Ein­sich­ten in den Tal­mud und vor allem in den mid­ra­schi­schen Umgang mit der Bibel haben mich nach­hal­tig beein­druckt und mein theo­lo­gi­sches Den­ken ver­än­dert. Ich bin über­zeugt: Der immer neue, dia­lo­gisch offe­ne Weg in die Schrift erweist sich als Weg in ein erneu­er­tes Mit­ein­an­der von Chris­ten und Juden und in eine erneu­er­te Theo­lo­gie. Beson­ders inter­es­sie­ren mich die prak­ti­schen und prak­tisch-theo­lo­gi­schen Fra­gen des jüdisch-christ­li­chen Gesprächs und hier vor allem die Pre­digt und der Got­tes­dienst.«

Prof. em. Dr. Jürgen Ebach

Jürgen Ebach, © HGVorndran

Eme­ri­tier­ter Pro­fes­sor für Exege­se und Theo­lo­gie des Alten Tes­ta­ments und bibli­sche Her­me­neu­tik, Bochum

Geb. 1945; 1972 Pro­mo­ti­on in Ham­burg; 1975 Habi­li­ta­ti­on in Bochum; 1983 bis 1996 Pro­fes­sor für Bibli­sche Exege­se und Theo­lo­gie an der Uni­ver­si­tät Pader­born; 1996 bis 2010 Pro­fes­sor für Exege­se und Theo­lo­gie des Alten Tes­ta­ments und bibli­sche Her­me­neu­tik an der Evan­ge­lisch-Theo­lo­gi­schen Fakul­tät der Ruhr-Uni­ver­si­tät Bochum.

Arbeits­schwer­punk­te: Exege­se alt­tes­ta­ment­li­cher Bücher und The­men und ihrer Rezep­ti­ons­ge­schich­te; Theo­lo­gie des Alten Tes­ta­ments; Bibli­sche und jüdi­sche Her­me­neu­tik; Über­set­zungs­her­me­neu­tik; jüdisch-christ­li­cher Dia­log (Foto: HGVorn­dran)

Dr. Volker Haarmann

Volker Haarmann

Dezer­nent für christ­lich-jüdi­schen Dia­log / Evan­ge­li­sche Kir­che im Rhein­land / Kir­chen­rat Pfar­rer, Düs­sel­dorf

Stu­di­um der Evan­ge­li­sche Theo­lo­gie und Jüdi­sche Stu­di­en in Wup­per­tal, Hei­del­berg, Jeru­sa­lem; M.A. in Jüdi­schen Stu­di­en, Hoch­schu­le für Jüdi­sche Stu­di­en Hei­del­berg; Vis­ting Fel­low am „Cent­re for the Stu­dy of World Rel­gi­ons“, Har­vard Uni­ver­si­ty; Pro­mo­ti­on im Fach­be­reich Altes Tes­ta­ment, Uni­ver­si­tät Tübin­gen; seit 2011 in der Abtei­lung „Theo­lo­gie und Öku­me­ne“, Dezer­nat 1.1 Theo­lo­gi­sche Grund­satz­fra­gen.

Dr. Volker Haarmann

Volker Haarmann

Dezer­nent für christ­lich-jüdi­schen Dia­log / Evan­ge­li­sche Kir­che im Rhein­land / Kir­chen­rat Pfar­rer, Düs­sel­dorf

»H.-J. Kraus, der ers­te Vor­sit­zen­de der AG, hat ein­mal gesagt: ›Das Ver­hält­nis der Kir­che zu Isra­el, wie es sich auch gestal­tet, muß die christ­li­che Kir­che im Zen­trum ihres Seins berüh­ren.‹ Für mich gehört die AG daher zu den Stamm­zel­len, die die Erneue­rung unse­rer Kir­che ansto­ßen und vor­an­trei­ben kön­nen und müs­sen. Es geht hier nicht um ein Spe­zi­al­the­ma, son­dern um unse­ren Zugang zu den bibli­schen Tex­ten und um unser Kir­che­sein über­haupt. Der bibli­sche Frie­dens­auf­trag von Juden und Chris­ten, von dem R. R. Geis und H.-J. Kraus schon beim Kir­chen­tag 1967 gespro­chen haben,  bleibt m.E. eines der zen­tra­len The­men auch für die Zukunft:  ›Wir müs­sen mit­ten hin­ein in die Ent­täu­schun­gen der Geschich­te, nicht aus ihnen her­aus‹, mahn­te Geis damals gegen­über einem Rück­zug des christ­lich-jüdi­schen Gesprächs aus dem Poli­ti­schen.«

Milena Hasselmann

Milena Hasselmann, © Privat

Wiss. Mit­ar­bei­te­rin am Lehr­stuhl für Neu­es Tes­ta­ment, Uni­ver­si­tät Greifs­wald

Geb. 1988 in Frank­furt am  Main; 2007-2013 Stu­di­um der ev. Theo­lo­gie und Juda­is­tik in Tübin­gen, Jeru­sa­lem, Mar­burg und Ber­lin; seit 2014 Wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­te­rin am Lehr­stuhl für Neu­es Tes­ta­ment an der Uni­ver­si­tät Greifs­wald; eben­falls seit 2014 Mit­ar­bei­te­rin in der ev. Gefäng­nis­seel­sor­ge der JVA Tegel, Ber­lin; seit 2013 Mit­glied der AG Juden und Chris­ten beim Deut­schen Evan­ge­li­schen Kir­chen­tagseit 2017 Mit­glied des Vor­stan­des von Stu­di­um in Isra­el e.V.

Milena Hasselmann

Milena Hasselmann, © Privat

Wiss. Mit­ar­bei­te­rin am Lehr­stuhl für Neu­es Tes­ta­ment, Uni­ver­si­tät Greifs­wald

»Ich bin das ers­te Mal mit der AG in Kon­takt gekom­men, als ich mich um ein Stu­di­en­jahr an der Hebräi­schen Uni­ver­si­tät bei ›Stu­di­um in Isra­el‹ bewarb. Das Stu­di­en­jahr in Jeru­sa­lem hat mir bewusst wer­den las­sen, wie nötig ein Umden­ken in Theo­lo­gie und Kir­che war und wie wenig abge­schlos­sen es bis heu­te ist. Die AG ist für mich ein Raum, in dem ehr­lich und mit Herz­blut um Fra­gen des jüdisch-christ­li­chen Dia­logs gerun­gen wird, die nicht nur an Theo­lo­gie und Kir­che gerich­tet sind, son­dern auch weit in das nicht-reli­giö­se Leben hin­ein­rei­chen. Das Beson­de­re an die­ser AG ist, dass die Streit­li­ni­en nicht vor­ran­gig ent­lang der Reli­gi­ons­zu­ge­hö­rig­keit, son­dern oft quer dazu ver­lau­fen.«

Marie Hecke

Marie Hecke © Privat

Repe­ten­tin der Han­no­ver­schen Landeskirche/ Georg-August-Uni­ver­si­tät/ Göt­tin­gen

Geb. 1986 in Göt­tin­gen; 2006-2007 Euro­päi­scher Frei­wil­li­gen­dienst mit Akti­on Süh­ne­zei­chen Frie­dens­diens­te e.V. in Minsk, Bela­rus; 2007-2015 Stu­di­um der ev. Theo­lo­gie und Juda­is­tik in Leip­zig, Müns­ter, Jeru­sa­lem und Ber­lin; 2015 Theo­lo­gi­sche Assis­ten­tin, Akti­on Süh­ne­zei­chen Frie­dens­diens­te e.V.; Seit Okto­ber 2015 Repe­ten­tin am Evan­ge­li­schen Stu­di­en­haus der Han­no­ver­schen Lan­des­kir­che, Göt­tin­gen.

Chasan Daniel Kempin

Daniel Kempin © Walter Oswalt

Kan­tor des Ega­li­tä­ren Min­jan der Jüdi­schen Gemein­de Frank­furt und frei­be­ruf­li­cher Musi­ker

Musik­stu­di­um in Darm­stadt, eini­ge Semes­ter Stu­di­um der Juda­is­tik in Frank­furt und in einer Jeschi­wa in Jeru­sa­lem. Jid­disch-Inten­siv-Sprach­kur­se in Groß­bri­tan­ni­en und Isra­el. Kon­zer­te und Work­shops seit 1983 u.a. in Groß­bri­tan­ni­en, Polen, Ungarn, Russ­land, Isra­el und den USA. Zahl­rei­che Rund­funk- und Fern­seh-Auf­nah­men sowie fünf z.T. mehr­fach aus­ge­zeich­ne­te CD-Ver­öf­fent­li­chun­gen. Dani­el Kem­pin lei­tet Jüdi­sche G‘‘ttesdienste seit der Grün­dung des Ega­li­tä­ren Min­jan (vor­mals „Kehil­la Cha­da­scha“) im Jahr 1994. Die Ordi­na­ti­on bei ALEPH/Jewish Rene­wal in den USA zum Cha­san erfolg­te 2015.Seit 1985 im Inter­re­li­giö­sen Dia­log viel­fäl­tig aktiv (u.a. im Rat der Reli­gio­nen Frank­furt), ist er Mit­be­grün­der und -lei­ter des Inter­re­li­giö­sen Cho­res Frank­furt (IRCF). In der AG Juden und Chris­ten seit 1986 vor allem musi­ka­lisch aktiv, war er Vor­stands­mit­glied von 1992 bis 2017.

Prof. Dr. Doron Kiesel

 

Doron Kiesel, © Marco Limberg

Wis­sen­schaft­li­cher Direk­tor der Bil­dungs­ab­tei­lung des Zen­tral­rats der Juden in Deutsch­land

Pro­fes­sor em. für Inter­kul­tu­rel­le und Inter­na­tio­na­le Päd­ago­gik und Sozia­le Arbeit an der Fach­hoch­schu­le Erfurt; zahl­rei­che Ver­öf­fent­li­chun­gen zu migra­ti­ons­päd­ago­gi­schen und migra­ti­ons­so­zio­lo­gi­schen Fra­gen; For­schungs­schwer­punkt: Unter­su­chun­gen zur Inte­gra­ti­on rus­sisch­spra­chi­ger Juden in Deutsch­land seit 1990; seit 2012 Wis­sen­schaft­li­cher Direk­tor der Bil­dungs­ab­tei­lung des Zen­tral­rats der Juden in Deutsch­land (Foto: Peter Michae­lis).

Prof. Dr. Doron Kiesel

Doron Kiesel, © Marco Limberg

Wis­sen­schaft­li­cher Direk­tor der Bil­dungs­ab­tei­lung des Zen­tral­rats der Juden in Deutsch­land

Arti­kel und Bei­trä­ge auf die­sen Sei­ten von Doron Kie­sel fin­den Sie hier.

Dr. Joachim Krause

Joachim Krause © Privat

Wis­sen­schaft­li­cher Assis­tent am Lehr­stuhl für Lite­ra­tur­ge­schich­te des Alten Tes­ta­ments, Evan­ge­lisch-theo­lo­gi­sche Fakul­tät, Eber­hard Karls Uni­ver­si­tät Tübin­gen

Seit 2015: Wis­sen­schaft­li­cher Assis­tent am Lehr­stuhl für Lite­ra­tur­ge­schich­te des Alten Tes­ta­ments; 2012–2015: Vika­ri­at und Pfarr­dienst an der Chris­tus­kir­che Stutt­gart und in Nür­tin­gen, Ordi­na­ti­on zum Pfar­rer der Evan­ge­li­schen Lan­des­kir­che in Würt­tem­berg; 2013: Pro­mo­ti­on zum Dok­tor der Theo­lo­gie; 2008–2011: Dis­ser­ta­ti­on zur Kom­po­si­ti­on des Josuabu­ches; 2009: For­schungs­auf­ent­halt an der Yale Uni­ver­si­ty; 2005–2008: Stu­di­um der Evan­ge­li­schen Theo­lo­gie und semi­ti­scher Spra­chen an der Eber­hard Karls Uni­ver­si­tät Tübin­gen; 2005–2007: Wis­sen­schaft­li­che Hilfs­kraft bei Prof. Dr. Erhard Blum und Tutor für Altes Tes­ta­ment;  2004–2005: Stu­di­um der rab­bi­ni­schen Lite­ra­tur, semi­ti­scher Spra­chen sowie des Alten und Neu­en Tes­ta­ments an der Hebräi­schen Uni­ver­si­tät in Jeru­sa­lem; 2000–2004: Stu­di­um der Evan­ge­li­schen Theo­lo­gie an der Hum­boldt-Uni­ver­si­tät sowie der Poli­to­lo­gie und poli­ti­schen Phi­lo­so­phie an der Frei­en Uni­ver­si­tät Ber­lin; 2000: Nord- und Süd­ame­ri­ka­rei­se; 1998–1999: Zivil­dienst in der City-Sta­ti­on für Obdach­lo­se der Ber­li­ner Stadt­mis­si­on; 1998 Abitur am Höl­der­lin-Gym­na­si­um Lauf­fen am Neckar

Elisabeth Krause-Vilmar

Elisabeth Krause-Vilmar © Privat

Pfar­re­rin, Mar­burg; Mit­glied in der Prä­si­di­al­ver­samm­lung des Deut­schen Evan­ge­li­schen Kir­chen­tags und im ÖRK-Zen­tral­aus­schuss

Geb. 1982 in Kas­sel; 2003-2009 Stu­di­um der Evan­ge­li­schen Theo­lo­gie in Mar­burg, Ham­burg und Jeru­sa­lem mit Abschluss 1. Kirch­li­ches Examen der Evan­ge­li­schen Kir­che von Kur­hes­sen-Wal­deck; 2010-2011 Assis­ten­tin in der Stu­di­en­lei­tung des Deut­schen Evan­ge­li­schen Kir­chen­tags; 2011-2013 Vika­ri­at in der Gemein­de der Chris­tus­kir­che in Ful­da mit Abschluss 2. Theo­lo­gi­sches Examen und Ordi­na­ti­on; seit 2013: Mit­ar­bei­te­rin am Hans-von-Soden-Insti­tut für Theo­lo­gi­sche For­schung in Mar­burg.

Elisabeth Krause-Vilmar

Elisabeth Krause-Vilmar © Privat

Pfar­re­rin, Mar­burg; Mit­glied in der Prä­si­di­al­ver­samm­lung des Deut­schen Evan­ge­li­schen Kir­chen­tags und im ÖRK-Zen­tral­aus­schuss

»Ich habe die AG über mei­ne Arbeit beim Kir­chen­tag ken­nen­ge­lernt. Mir fiel schnell auf: Die AG ist etwas ganz beson­de­res! Bei den Tref­fen wird kon­tro­vers und hei­ter dis­ku­tiert und gleich­zei­tig wer­den lebens­na­he und rele­van­te Ver­an­stal­tun­gen für den Kir­chen­tag geplant. Vie­le Mit­glie­der haben sich ein Leben lang – wis­sen­schaft­lich und per­sön­lich – beglei­tet, sich gemein­sam für den Dia­log ein­ge­setzt und schein­ba­re Selbst­ver­ständ­lich­kei­ten in Theo­lo­gie und Kir­che hin­ter­fragt.«

Pfarrer Wolfgang Kruse

Wolfgang Kruse, © privat

Kir­chen­rat, Refe­rent für Fort- und Wei­ter­bil­dung in der Evan­ge­li­schen Lan­des­kir­che in Würt­tem­berg, Stutt­gart

Jahr­gang 1956, Theo­lo­gie­stu­di­um in Tübin­gen, Ber­lin, Hei­del­berg und Jeru­sa­lem; Gemein­de­pfarr­dienst in Bad Wimp­fen, Neu­hau­sen a.d.F., Lon­don und Oxford; seit 2015 Refe­rent für Fort- und Wei­ter­bil­dung im Pfarr­dienst; Lan­des­kirch­li­cher Beauf­trag­ter für den Kir­chen­tag Stutt­gart 2015.

Pfarrer Wolfgang Kruse

Wolfgang Kruse, © privat

Kir­chen­rat, Refe­rent für Fort- und Wei­ter­bil­dung in der Evan­ge­li­schen Lan­des­kir­che in Würt­tem­berg, Stutt­gart

»Seit dem Stu­di­en­jahr an der Hebräi­schen Uni­ver­si­tät Jeru­sa­lem 1979/80 im Rah­men des Stu­di­en­pro­gramms Stu­di­um in Isra­el enga­gie­re ich mich im christ­lich-jüdi­schen Gespräch. Mir ist wich­tig, dass die Erkennt­nis­se die­ses theo­lo­gi­schen Aus­tauschs ihre Rele­vanz auch für die pfarr­amt­li­che Pra­xis erhal­ten. Dazu die­nen die von mir 1996 ins Leben geru­fe­nen ›Pre­digt­me­di­ta­tio­nen im christ­lich-jüdi­schen Kon­text‹. Eine beson­de­re Chan­ce sehe ich in dem Lehr­haus-For­mat, das es inter­es­sier­ten Kirchentagsbesucher*innen ermög­licht, in Work­shop-Ver­an­stal­tun­gen ihre Fra­gen zum christ­lich-jüdi­schen Ver­hält­nis ein­zu­brin­gen. Dabei zeigt sich, dass wir die ganz grund­sätz­li­chen Fra­gen immer wie­der neu buch­sta­bie­ren müs­sen.«

Jonas Leipziger M.A.

 

Jonas Leipziger, © J.Wetzka

Wiss. Mit­ar­bei­ter an der Hoch­schu­le für Jüdi­sche Stu­di­en Hei­del­berg und der Uni­ver­si­tät Hei­del­berg

Stu­di­um der Evan­ge­li­schen Theo­lo­gie und Jüdi­schen Stu­di­en in Neu­en­det­tel­sau, Hei­del­berg, Hano­ver (NH, USA) und Jeru­sa­lem; Wiss. Assis­tent von Prof. Dr. Han­na Liss an der Hoch­schu­le für Jüdi­sche Stu­di­en Hei­del­berg; Dis­ser­ta­ti­ons­pro­jekt zu Lese­prak­ti­ken und Theo­ri­en des Lesens im Anti­ken Juden­tum; Mit­glied im Son­der­for­schungs­be­reich 933 Mate­ria­le Text­kul­tu­ren in Hei­del­berg und Asso­zi­ier­tes Mit­glied des Gra­du­ier­ten­kol­legs 1728 Theo­lo­gie als Wis­sen­schaft in Frank­furt am Main; Alum­nus der Ernst Lud­wig Ehr­lich Stu­di­en­wer­kes.

Jonas Leipziger M.A.

Jonas Leipziger, © J.Wetzka

Wiss. Mit­ar­bei­ter an der Hoch­schu­le für Jüdi­sche Stu­di­en Hei­del­berg und der Uni­ver­si­tät Hei­del­berg

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Pfarrer i.R. Martin Majer

Martin Majer © Privat

Muhr am See

Jahr­gang 1948, im Ruhe­stand seit 2012

Pfarrer i.R. Martin Majer

Martin Majer © Privat

Muhr am See

»Von 1973 bis 1975 war ich dienst­lich in Jeru­sa­lem tätig. Die­se Zeit war für mich geprägt von vie­len Begeg­nun­gen mit Men­schen, die unter­schied­li­chen Reli­gio­nen und Strö­mun­gen ange­hö­ren. Nach mei­ner Rück­kehr kam ich (beim Frank­fur­ter Kir­chen­tag von 1975) zur AG.Begegnungen sind mir wich­tig: vor Ort, in der Regi­on und in Isra­el. Als Ergän­zung dazu betrei­be ich ›Theo­rie­bil­dung‹. Mein Haupt­in­ter­es­se gilt der phi­lo­lo­gi­schen Erfor­schung der syn­op­ti­schen Evan­ge­li­en, um die (sprach­li­che) Text­ge­schich­te für die (reli­giö­se) Ent­wick­lungs­ge­schich­te frucht­bar zu machen.«

Prof. em. Dr. Gerhard Marcel Martin

Gerhard Marcel Martin © Privat

Phil­ipps- Uni­ver­si­tät Mar­burg / Hoch­schul­leh­rer, Pfar­rer

*1942 / Stu­di­um Ev. Theo­lo­gie und Phi­lo­so­phie / 1970-1975 Mit­tel­bau Uni­ver­si­tät Tübin­gen / 1975-1982 Stu­di­en­lei­ter Ev. Aka­de­mie Arnold­s­hain / 1982-2007 Pro­fes­sor für Prak­ti­sche Theo­lo­gie Mar­burg, ab 1999 auch Uni­ver­si­täts­pre­di­ger / 2006-2008 Gast­pro­fes­sur an der (bud­dhis­ti­schen) Ota­ni Uni­ver­si­ty Kyoto/Japan. Arbeits­schwer­punk­te: mehr­di­men­sio­na­le Her­me­neu­tik reli­giö­ser Tex­te und Riten. Bibliodra­ma. Spi­ri­tua­li­tät. Dia­log: Theo­lo­gie / Tie­fen­psy­cho­lo­gie / Ästhe­tik. Inter­re­li­giö­ser Dia­log..

Prof. em. Dr. Gerhard Marcel Martin

Gerhard Marcel Martin © Privat

Phil­ipps- Uni­ver­si­tät Mar­burg / Hoch­schul­leh­rer, Pfar­rer

»Ziel der Arbeit der AG für mich ist die per­sön­li­che und the­men­ori­en­tier­te Begeg­nung zwi­schen Juden/Jüdinnen und Christen/Christinnen im gesell­schaft­lich und auch reli­gi­ons­so­zio­lo­gisch reflek­tier­ten Zusam­men­hang, zen­triert auf die Gegen­wär­tig-Set­zung der teils gemein­sa­men, teils getrenn­ten Tra­di­tio­nen. Dabei ist mir sowohl grup­pen­dy­na­misch wie sach­be­zo­gen der Ein­satz ver­schie­de­ner, beson­ders auch ästhe­ti­scher Medi­en sehr wich­tig (z.B. Bibliodra­ma).«

Prof. Dr. Klaus Müller

 

Klaus Müller © Privat

Pfar­rer in der badi­schen Lan­des­kir­che und Bereichs­lei­ter für Inter­re­li­giö­ses Gespräch im Evan­ge­li­schen Ober­kir­chen­rat Karls­ru­he und Lan­des­kirch­li­cher Beauf­trag­ter für das christ­lich-jüdi­sche Gespräch

Klaus Mül­ler stu­dier­te Theo­lo­gie und Juda­is­tik in Tübin­gen, Bonn, Hei­del­berg und Jeru­sa­lem. Pro­mo­ti­on 1991 in Hei­del­berg; Magis­ter Arti­um in Juda­is­tik 1996 an der Hoch­schu­le für Jüdi­sche Stu­di­en Hei­del­berg; 1997 Habi­li­ta­ti­on und Ver­lei­hung der Venia Legen­di für das Fach Prak­ti­sche Theo­lo­gie in Hei­del­berg; seit 22.3.2004 außer­plan­mä­ßi­ger Pro­fes­sor an der Uni­ver­si­tät Hei­del­berg. Seit 2015 hat Mül­ler außer­dem den Vor­sitz der Kon­fe­renz Lan­des­kirch­li­cher Arbeits­krei­se Chris­ten und Juden (KLAK) der Evan­ge­li­schen Kir­che in Deutsch­land (EKD) inne. Die KLAK koor­di­niert die christ­lich-jüdi­sche Dia­log­ar­beit zwi­schen den rund 20 lan­des­kirch­li­chen Arbeits­krei­sen bezie­hungs­wei­se Beauf­trag­ten im Bereich der EKD. In Aner­ken­nung ihrer Arbeit erhielt die KLAK 2017 die Buber-Rosen­zweig-Medail­le.

Prof. Dr. Frederek Musall

 

Frederek Musall, © HfJS

Pro­fes­sor für Jüdi­sche Phi­lo­so­phie und Geis­tes­ge­schich­te an der Hoch­schu­le für Jüdi­sche Stu­di­en Hei­del­berg

For­schungs­ge­bie­te: Jüdi­sche Phi­lo­so­phie und ihre Bezie­hun­gen zum ara­bisch-isla­mi­schen Den­ken und der Geschich­te der Juden in der ara­bisch-isla­mi­schen Welt; Mit­glied des Son­der­for­schungs­be­reichs Mate­ri­el­le Text­kul­tu­ren – Mate­ria­li­tät und Prä­senz des Geschrie­ben in non-typo­gra­phi­schen Gesell­schaf­ten; Wis­sen­schaft­li­ches Bei­rats­mit­glied des Insti­tuts für Isla­mi­sche Stu­di­en (IFIS) in Mann­heim.

Prof. Dr. Frederek Musall

 

Frederek Musall, © HfJS

Pro­fes­sor für Jüdi­sche Phi­lo­so­phie und Geis­tes­ge­schich­te an der Hoch­schu­le für Jüdi­sche Stu­di­en Hei­del­berg

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Pfr. i.R. Werner Schneider-Quindeau (1949–2017)

© Werner Schneider-Quindeau

Stu­di­um der Ev. Theo­lo­gie und Phi­lo­so­phie in Bethel/Bielefeld und Göt­tin­gen, 1975-1982 wiss. Assis­tent für Sys­te­ma­ti­sche Theo­lo­gie in Göt­tin­gen, 1984-1989 Gemein­de­pfar­rer in Wall­dorf bei Frankfurt/M. 1990-2000 Stu­di­en­lei­ter am Theo­lo­gi­schen Kon­vikt in Frank­furt, 2000-2007 Pfar­rer für Gesell­schaft­li­che Ver­ant­wor­tung, 2007-2015 Pfar­rer für Stadt­kir­chen­ar­beit in Frank­furt, 1993-1999 Vor­sit­zen­der des För­der­ver­eins „Fritz-Bau­er-Insti­tut“, Stu­di­en- und Doku­men­ta­ti­ons­zen­trum zur Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Holo­caust, seit 1987 Vor­sit­zen­der der Jury der Ev. Film­ar­beit, 1999-2004 Film­be­auf­trag­ter des Rates der EKD. Er war Mit­glied von „ImDia­log“, AK für jüdisch-christ­li­chen Dia­log in der Ev. Kir­che in Hes­sen und Nas­sau.

 

Die AG Juden und Chris­ten trau­ert um ihr Mit­glied Pfar­rer Wer­ner Schnei­der-Quin­deau. Wir wer­den sei­ne Inspi­ra­ti­on und sei­ne Leben­dig­keit sehr ver­mis­sen. Wir den­ken an sei­ne Fami­lie und bit­ten für sie um Got­tes Segen.

Pfr. i.R. Werner Schneider-Quindeau

© Werner Schneider-Quindeau

Mit­glied von „ImDia­log“, AK für jüdisch-christ­li­chen Dia­log in der Ev. Kir­che in Hes­sen und Nas­sau

»Über mei­ne Göt­tin­ger theo­lo­gi­schen Leh­rer Hans-Joa­chim Kraus und Hans Georg Gey­er bin ich bereits als Stu­dent inten­siv mit den Fra­gen des Ver­hält­nis­ses zwi­schen Juden­tum und Chris­ten­tum kon­fron­tiert wor­den. Die Über­win­dung christ­li­chen Anti­ju­da­is­mus, der wesent­lich zur Ent­ste­hung des moder­nen Anti­se­mi­tis­mus bei­ge­tra­gen hat, wur­de für mich ein zen­tra­les Stu­di­en­ziel. Was über Jahr­hun­der­te wirk­sam war, lässt sich aller­dings nicht ein­fach in ein paar Jahr­zehn­ten kor­ri­gie­ren. Kon­ti­nu­ier­li­che Dia­lo­ge, ver­tief­te Wahr­neh­mung und kri­ti­sche Über­prü­fung sind nötig, um die ent­spre­chen­de Ver­än­de­rung des christ­li­chen Den­kens nach­hal­tig zu bewir­ken. Dia­lo­ge in Isra­el und in New York haben mir bei die­ser Neu­for­mu­lie­rung mei­ner Theo­lo­gie sehr gehol­fen. Auch die AG ist für mich ein aus­ge­zeich­ne­ter Ort die­ser Neu­rori­en­tie­rung. Mei­ne Visi­on ist, dass Jüdinnen/Juden und Christinnen/Christen sich als zwei Tei­le des einen Vol­kes Got­tes ver­ste­hen, die auf je eige­ne Wei­se und in gegen­sei­ti­ger Aner­ken­nung in Wort und Tat Zeug­nis able­gen von Got­tes Wil­len und sei­ner Offen­ba­rung für sei­ne Geschöp­fe. Dabei ent­steht eine freund­schaft­li­che Ver­bun­den­heit, die Aus­druck der von Gott gebo­te­nen Lie­be ist.«

Prof. Dr. Bernd Schröder

Bernd Schröder, © Privat

Pro­fes­sor für Prak­ti­sche Theo­lo­gie mit Schwer­punkt Reli­gi­ons­päd­ago­gik, Georg-August-Uni­ver­si­tät Göt­tin­gen

*1965; Stu­di­um der Ev. Theo­lo­gie und der Juda­is­tik 1984-1991, u.a. ein Jeru­sa­le­mer Stu­di­en­jahr ›Stu­di­um in Isra­el‹ 1987/88;  Pro­mo­ti­on im Fach Juda­is­tik 1994 bei Prof. Dr. Peter Schä­fer, FU Ber­lin; Habi­li­ta­ti­on im Fach Prak­ti­sche Theo­lo­gie 2000 an der Uni­ver­si­tät Müns­ter; 2001-2011 Pro­fes­sor für Reli­gi­ons­päd­ago­gik an der Uni­ver­si­tät des Saar­lan­des, Saar­brü­cken; seit 2011 Pro­fes­sor für Prak­ti­sche Theo­lo­gie mit Schwer­punkt Reli­gi­ons­päd­ago­gik an der Georg-August-Uni­ver­si­tät Göt­tin­gen;  2006-2011 Vor­sit­zen­der des Aus­schus­ses ›Chris­ten und Juden‹ der Ev. Kir­che im Rhein­land; seit 2014 Vor­sit­zen­der von ›Stu­di­um in Isra­el e.V.‹

Prof. Dr. Bernd Schröder

Bernd Schröder, © Privat

Pro­fes­sor für Prak­ti­sche Theo­lo­gie mit Schwer­punkt Reli­gi­ons­päd­ago­gik, Georg-August-Uni­ver­si­tät Göt­tin­gen

»Die Erneue­rung des Ver­hält­nis­ses von Chris­ten und Juden hat stets auch eine (religions-)pädagogische Dimen­si­on: Es geht um die Initi­ie­rung bzw. Fort­schrei­bung eines Lern­pro­zes­ses. Neben theo­lo­gi­schen und gesell­schafts­po­li­ti­schen The­men hal­te ich des­halb Bil­dung – Lern­be­reit­schaft im Blick auf den Ande­ren und die Wege der eige­nen Reli­gi­ons­ge­mein­schaft – für eine unver­zicht­ba­re Dimen­si­on christ­lich-jüdi­schen Dia­logs. Ich wür­de mir des­halb wün­schen, dass die AG auch Ver­an­stal­tun­gen Schüler/innen, für jun­ge Erwach­se­ne, für Multiplikator/inn/en anbie­tet, die nicht schon über pro­fun­des Wis­sen im Bereich der jeweils eige­nen theo­lo­gi­schen Tra­di­ti­on ver­fü­gen. Christ­lich-jüdi­sches Gspräch soll viel­mehr Lust machen, in die je eige­ne Tra­di­ti­on hin­ein­zu­schau­en – auch mit Hil­fe unge­wöhn­li­cher Medi­en (Film, sequen­ti­el­le Kunst, Pil­ger­schaft).«

Dr. h.c. Ulrich Schwemer

Ulrich Schwemer © Privat

Mit­glied von ImDia­log – Ev.Arbeitskreis für das christ­lich-jüdi­sche Gespräch in Hes­sen und Nas­sau, Pfr. i.R., Michel­stadt

Gemein­de­pfar­rer 1972 bis 1984 in Frank­furt am Main, 1984-2009 in Michel­stadt, Berg­stra­ße; Vor­sit­zen­der von ImDia­log (damals: Ev. Arbeits­kreis Kir­che und Isra­el in Hes­sen und Nas­sau) 1973 bis 2006; Grün­dungs­mit­glied und Vor­sit­zen­der der Kon­fe­renz Lan­des­kirch­li­cher Arbeits­krei­se Chris­ten und Juden im Bereich der EKD 1978 bis 2000; Grün­dungs­mit­glied von Stu­di­um in Isra­el

Dr. h.c. Ulrich Schwemer

Ulrich Schwemer © Privat

Mit­glied von ImDia­log – Ev.Arbeitskreis für das christ­lich-jüdi­sche Gespräch in Hes­sen und Nas­sau, Pfr. i.R., Michel­stadt

»Als Gemein­de­pfar­rer lag und liegt mir die prak­ti­sche Umset­zung der Ergeb­nis­se der theo­lo­gi­schen Debat­ten und Bibel­ar­bei­ten der AG für die Gemein­de­ar­beit am Her­zen. Des­halb set­ze ich mich für die Wei­ter­ent­wick­lung des Expe­ri­me­tes gemein­sa­mer reli­giö­ser Fei­ern ein. Hier kön­nen Juden und Chris­ten gemein­sam auf der Grund­la­ge der Bibel und in gegen­sei­ti­gem Respekt vor­ein­an­der Fei­ern erar­bei­ten, die den gemein­sa­men Gott ver­eh­ren und zugleich auch die Unter­schie­de aus­drü­cken.«

Aline Seel

Aline Seel, © privat

Pfar­re­rin in Ent­sen­dung am Insti­tut Kir­che und Juden­tum sowie in der Evan­ge­li­schen Lui­sen-Kir­chen­ge­mein­de in Char­lot­ten­burg

Lang­jäh­ri­ge Mit­ar­beit bei Akti­on Süh­ne­zei­chen Frie­dens­diens­te 
e.V.; Mit­in­itia­to­rin des Netz­werks anti­se­mi­tis­mus- und ras­sis­mus­kri­ti­sche Reli­gi­ons­päd­ago­gik und Theo­lo­gie; ihre Schwer­punk­te sind ras­sis­mus­kri­ti­sche und anti­se­mi­tis­mus­kri­ti­sche Bil­dungs­ar­beit im kirch­li­chen Bereich und NS-Erin­ne­rung  (Foto: Pri­vat).

Dr. Christian Staffa

 

Christian Staffa, © Andreas Schoelzel

Stu­di­en­lei­ter für Demo­kra­ti­sche Kul­tur und Kir­che an der Evan­ge­li­schen Aka­de­mie zu Ber­lin

Lang­jäh­ri­ger Geschäfts­füh­rer von Akti­on Süh­ne­zei­chen Frie­dens­diens­te e.V. (ASF); Vor­sit­zen­der des Kura­to­ri­ums der Stif­tung AMCHA, Mit­glied des Kura­to­ri­ums Insti­tuts Kir­che und Juden­tum, Mit­glied im Spre­cher­In­ne­rat der Bun­des­ar­beits­ge­mein­schaft Kir­che und Rechts­ex­tre­mis­mus und Vor­stands­mit­glied der Mar­tin-Niem­öl­ler-Stif­tung (Foto: Andre­as Schoel­zel).

Dr. Christian Staffa

 

Christian Staffa, © Andreas Schoelzel

Stu­di­en­lei­ter für Demo­kra­ti­sche Kul­tur und Kir­che an der Evan­ge­li­schen Aka­de­mie zu Ber­lin

Als ich anfing Theo­lo­gie zu stu­die­ren wur­de mir eine nicht anti­jü­di­sche Les­art von Pau­lus und ein Wahr­neh­men der hebräi­schen Bibel wich­tig, weil ich mit der gän­gi­gen Indi­vi­dua­li­sie­rung und Spi­ri­tua­li­sie­rung des christ­li­chen Glau­bens unzu­frie­den war. Die Unemp­find­lich­keit evan­ge­li­scher Theo­lo­gie gegen­über kirch­li­chem Ver­sa­gen zur Nazi­zeit, der groß­flä­chi­gen Ein­stim­mung in Juden­hass, -ver­trei­bung und -mord,  stieß mir auf und mich ab. Das wies mich an jüdi­sche Gesprächs­part­ner, um aller­erst mal zu ver­ste­hen, wel­che Fol­gen, wel­che Gefüh­le und wel­che Per­spek­ti­ven Juden und Jüdin­nen in den USA, Isra­el und Deutsch­land auf die­se so gegen­wär­ti­ge Geschich­te haben. Dabei erst ent­deck­te ich die Gegen­wart der Geschich­te, die mich dann als poli­tisch his­to­ri­scher Begriff zu Akti­on Süh­ne­zei­chen brach­te und fort­an beglei­te­te. As rich­te­te sich gegen jene die Beschäf­ti­gung mit Geschich­te als rück­wärts­ge­rich­tet ver­stan­den und ver­ste­hen.

Die­se Ein­drü­cke konn­ten nicht an mei­ner Theo­lo­gie vor­bei gehen, son­dern sind zen­tral gewor­den. Was ist das Poten­ti­al des Chris­ten­tums zu einer mör­de­ri­schen Reli­gi­on zu wer­den? Ist Wider­ste­hen­des ein­ge­schrie­ben in unse­re Tra­di­ti­on, in Schrift und Les­ar­ten, Pra­xis und Theo­rie? Die Anfor­de­rung an uns, dass Ausch­witz nicht noch­mal sei, ist lei­der kei­ne For­mel, die in der Theo­lo­gie gebo­ren wur­de. Ein Grund das Unem­pa­thi­sche und Unbuß­fer­ti­ge an unse­rer Kir­che zu bedau­ern und Umkehr zu for­dern und selbst zu ver­su­chen. Dass es jüdi­sche Gesprächspartner*innen auf die­sem Weg gibt, ist ein gro­ßes Geschenk. Tat­säch­lich ent­de­cken wir inzwi­schen auch gemein­sam Neu­es.

Seit eini­gen Jah­ren beschäf­tigt mich die Fra­ge, was  zu einem Bewusst­sein führt, dass von sich behaup­tet, sich nur in den Dia­log bege­ben zu kön­nen, wenn sie/er genau wis­se, wer er oder sie sei. Nur wer wis­se wo er/sie ste­he und von da aus ein fes­tes Pro­fil für das Gegen­über abge­ben kön­ne, sei gesprächs­fä­hig.  Mei­ne Erfah­rung aus christ­lich-jüdi­schem, aus inter­kul­tu­rel­len und aus Gesprä­chen der zwei­ten und drit­ten Gene­ra­ti­on Nach­kom­men Opfer und Täter*innen (um, ein­mal die­ses etwas unter­kom­ple­xe Sche­ma zu benut­zen) zeig­te ande­res. Ich selbst und nach mei­ner Beob­ach­tung auch vie­le ande­re ent­deck­ten oder ent­wi­ckel­ten völ­lig ihnen bis dahin unbe­kann­te Sei­ten im Gespräch, Siche­re wur­den unsi­cher, Unsi­che­re wur­den siche­rer. Sät­ze wur­den aus­pro­biert und fühl­ten sich im Ohr der ande­ren gut an oder auch nicht.
Die­ses Aus­pro­bie­ren hört auch mit viel Erfah­rung nicht auf. Sicher wird es ange­rei­chert durch mehr Theo­rie­an­eig­nung, mehr Erfah­run­gen mit Tex­ten, Kon­tex­ten, Men­schen und deren Bio­gra­phi­en und mit dem Wis­sen um die Viel­falt und auch Dis­so­nan­zen des Eige­nen. Unver­zicht­bar und im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes bewe­gend!

Dr. Christian Staffa

Christian Staffa, © Andreas Schoelzel

Stu­di­en­lei­ter für Demo­kra­ti­sche Kul­tur und Kir­che an der Evan­ge­li­schen Aka­de­mie zu Ber­lin

Arti­kel und Bei­trä­ge auf die­sen Sei­ten von Chris­ti­an Staf­fa fin­den Sie hier.

Prof. Dr. Angela Standhartinger

© Angela Standhartinger

Pro­fes­so­rin für Neu­es Tes­ta­ment an der Phil­ipps-Uni­ver­si­tät Mar­burg

Stu­di­um der Evan­ge­li­schen Theo­lo­gie in Frank­furt am Main, Mün­chen und Hei­del­berg; 1 Jahr Stu­di­um an der Hoch­schu­le für Jüdi­sche Stu­di­en Hei­del­berg; 1993-1998 Wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­te­rin an der Mar­tin-Buber-Stif­tungs­gast­pro­fes­sur in Frank­furt am Main; seit 2000 Pro­fes­so­rin in Mar­burg.

Prof. Dr. Angela Standhartinger

© Angela Standhartinger

Pro­fes­so­rin für Neu­es Tes­ta­ment an der Phil­ipps-Uni­ver­si­tät Mar­burg

»In die AG Juden und Chris­ten wur­de ich als Uni­ver­si­täts­pro­fes­so­rin ein­ge­la­den, die sich für die Viel­falt des anti­ken Juden­tums inter­es­siert und im Neue Tes­ta­ment viel­fäl­ti­ge jüdi­sche Stim­men hört. Wich­tig ist mir, gegen Kon­struk­tio­nen von Juden­tum anzu­den­ken, auf des­sen Rücken sich das Chris­ten­tum sich zu pro­fi­lie­ren kön­nen meint. Das Ziel unse­rer Arbeit sehe ich dar­in, das im jüdisch-christ­li­chen Gespräch Erreich­te zu ver­brei­ten und auf neu­en Wegen wei­ter­zu­den­ken. Jüd_innen und Christ_innen ver­bin­det der Bezug auf die glei­chen hei­li­gen Tex­te, wobei jede Reli­gi­on wei­te­re Tex­te hin­zu­fügt. In ihrer Geschich­te hat sich christ­li­che Theo­lo­gie viel­fach schul­dig gemacht gegen­über dem Juden­tum. Bes­se­re Theo­lo­gie kann nur in Refle­xi­on die­ser Geschich­te ent­ste­hen. Die AG Juden und Chris­ten ist etwas Beson­de­res, weil sie vie­le Akteu­re und Akteu­rin­nen in unter­schied­li­chen Funk­tio­nen ver­bin­det und  einen ver­trau­ens­vol­len Rah­men bie­tet, in dem neue The­men auch kon­tro­vers ange­spro­chen wer­den kön­nen.«

Pfarrerin Andrea Thiemann

Vor­sit­zen­de von ImDia­log. Evan­ge­li­scher Arbeits­kreis für das christ­lich-jüdi­sche Gespräch in Hes­sen und Nas­sau, Pfar­re­rin in der Kir­chen­ge­mein­de Bicken­bach an der Berg­stra­ße (EKHN)

Gebo­ren am 29.10.1966 in Osna­brück, Nie­der­sach­sen; 1986 Abitur Rats­gym­na­si­um, Osna­brück; Aus­lands­auf­ent­halt: 09/1986-01/1987, Isra­el, Arbeits­ein­satz im Kib­buz Nir Am, Negev; Stu­di­um: 03/1987-02/1990, Fach­hoch­schu­le des Bun­des für öffent­li­che Ver­wal­tung, Köln; Fach­hoch­schu­le der Deut­schen Bun­des­post, Die­burg, Stu­di­en­ab­schluss: Diplom-Ver­wal­tungs­wir­tin; 03/1990-06/1999, Ruprecht-Karls-Uni­ver­si­tät, Hei­del­berg, Stu­di­en­ab­schluss: Diplom-Theo­lo­gin; Aus­lands­stu­di­um: 06/1994-06/1995, Hebräi­schen Uni­ver­si­tät, Jeru­sa­lem, Stu­di­en­pro­gramm Stu­di­um in Isra­el; Berufs­tä­tig­keit: 03/1990-01/2006, Deut­sche Bun­des­post, Deut­sche Post AG, Sach­be­ar­bei­te­rin, Grup­pen-/Pro­jekt­lei­te­rin, Hei­del­berg, Darm­stadt; 05/2000-1/2009, Inter­na­tio­nal Coun­cil for Chris­ti­ans and Jews (ICCJ), Mar­tin-Buber-Haus, Bil­dungs­re­fe­ren­tin, Hep­pen­heim; seit 09/2004 Mit­glied ImDia­log. Evan­ge­li­scher Arbeits­kreis für das christ­lich- jüdi­sche Gespräch in Hes­sen und Nas­sau; seit 08/2015 Vor­sit­zen­de von ImDia­log; 02/2009 – 11/2010 Vika­ri­at Tho­mas­ge­mein­de, Darm­stadt; 28.10.2010 Zwei­tes Theo­lo­gi­sches Examen, EKHN; 12/2010 – 5/2011 Spe­zi­al­prak­ti­kum im Zen­trum Öku­me­ne, Frank­furt am Main, Fach­be­reich: Inter­re­li­giö­ser Dia­log mit Juden­tum und Islam; seit 06/2011 Pfarrvikarin/Gemeindepfarrerin, Kir­chen­ge­mein­de Bicken­bach, Berg­stra­ße

Pfarrerin Andrea Thiemann

Vor­sit­zen­de von ImDia­log. Evan­ge­li­scher Arbeits­kreis für das christ­lich-jüdi­sche Gespräch in Hes­sen und Nas­sau, Pfar­re­rin in der Kir­chen­ge­mein­de Bicken­bach an der Berg­stra­ße (EKHN)

»In der Nach­fol­ge mei­ner Vor­gän­ge­rin als Vor­sit­zen­de von ImDia­log, Gabrie­le Zan­der, bin ich erst seit Janu­ar 2016 Mit­glied in der AG. Bis­her war ich kei­ne lei­den­schaft­li­che Besu­che­rin von Kir­chen­ta­gen. Aber die Dis­kus­sio­nen und die ein­drucks­vol­le und über­zeu­gen­de Pro­gramm­pla­nung der AG u.a. für das Lehr­haus beim nächs­ten Kir­chen­tag in Ber­lin im Mai 2017 haben mich über­zeugt, dass ich die Kir­chen­ta­ge bis­her nur sehr ein­sei­tig als ›christ­li­ches Hap­pe­ning‹ wahr­ge­nom­men habe. Beson­ders wich­tig sind mir die neu­en Impul­se aus jüdisch-christ­li­cher Dis­kus­si­on für eine sich ver­än­dern­de Theo­lo­gie bis in die Kir­chen­ge­mein­den hin­ein.«

Prof. i.R. Dr. Klaus Wengst

Klaus Wengst © Privat

Eme­ri­tier­ter Pro­fes­sor für Neu­es Tes­ta­ment, Bochum

Geb. 1942; 1961-1967 Stu­di­um der Evang. Theo­lo­gie; 1967 Pro­mo­ti­on, 1970 Habi­li­ta­ti­on in Bonn; 1981-2007 Pro­fes­sor für Neu­es Tes­ta­ment in Bochum.

Prof. i.R. Dr. Klaus Wengst

Klaus Wengst © Privat

Eme­ri­tier­ter Pro­fes­sor für Neu­es Tes­ta­ment, Bochum

»Der Tat­be­stand, dass der ers­te Teil der christ­li­chen Bibel zuvor jüdi­sche Bibel war und es wei­ter­hin ist, ver­ur­sach­te auf­grund des christ­lich bean­spruch­ten Aus­le­gungs­mo­no­pols christ­li­che Juden­feind­schaft. Inzwi­schen haben Chris­ten erkannt, dass sie die­ser Tat­be­stand fun­da­men­tal zum Juden­tum in Bezie­hung setzt. Denn das Neue Tes­ta­ment basiert ganz und gar auf der ›Schrift‹, der jüdi­schen Bibel. Es kennt kei­nen ande­ren Gott als den in ihr bezeug­ten. Die­ser enge Zusam­men­hang gibt dem christ­lich-jüdi­sche Gespräch sei­ne Beson­der­heit. So erhof­fe ich mir – unter Respek­tie­rung blei­ben­der Unter­schie­de und Gren­zen – ein immer inten­si­ver und brei­ter wer­den­des gemein­sa­mes Ler­nen von Juden und Chris­ten und ein gemein­sa­mes Agie­ren im gesell­schaft­lich-poli­ti­schen Raum.«

 Mag. Roland Werneck

Roland Werneck, © Privat

Gemein­de­pfar­rer, Wels- Ober­ös­ter­reich

Geb. 26.9. 1962 in Wien; Stu­di­um evang. Theo­lo­gie in Wien, Hei­del­berg, Ber­lin; 1986/87 Stu­di­um in Isra­el; danach Reli­gi­ons­leh­rer an diver­sen Schu­len und Mit­ar­beit in der Erwach­se­nen­bil­dung; 1989-1993 Vika­ri­at in Hal­lein, Graz und Ber­lin-Kreuz­berg 1993-1997 Mit­ar­bei­ter im Modell­ver­such LER in Bran­den­burg; Ordi­na­ti­on 1996; 1997-2001 Gemein­de­pfar­rer in Wien-Gum­pen­dorf; 2001-2011 Stu­di­en­lei­ter an der Evang. Aka­de­mie Wien; seit 2011 Gemein­de­pfar­rer in Wels/Oberösterreich; Mit­glied bei der AG seit 1996; seit 2002 Dele­gier­ter der Evang. Kir­che A.B. in Öster­reich bei der LEKKJ (Luthe­ri­sche Euro­päi­sche Kom­mis­si­on Kir­che und Juden­tum)

 Mag. Roland Werneck

Roland Werneck, © Privat

Gemein­de­pfar­rer, Wels- Ober­ös­ter­reich

 

»Bereits am Beginn mei­nes Theo­lo­gie­stu­di­ums haben mich Ver­an­stal­tun­gen der AG Juden und Chris­ten fas­zi­niert, bewegt und bis heu­te nicht los­ge­las­sen. Nach Begeg­nun­gen auf Kir­chen­ta­gen habe ich mir mei­ne Stu­di­en­or­te und theo­lo­gi­schen Leh­rer gewählt (Rolf Rend­torff, Fried­rich-Wil­helm Mar­quardt). Mein Anlie­gen ist die Ver­mitt­lung der gesell­schafts­po­li­ti­schen Dimen­si­on von Theo­lo­gie. Das christ­lich-jüdi­sche Gespräch ist die bes­te Medi­zin gegen Fun­da­men­ta­lis­mus und theo­lo­gi­sche Belie­big­keit. Es wirft uns immer wie­der auf die wesent­li­chen Fra­gen zurück, wohin sich unse­re Kir­che ent­wi­ckelt.«

Prof. Dr. Christian Wiese

Christian Wiese © Universität Frankfurt am Main

Inha­ber der Mar­tin-Buber-Pro­fes­sur, Goe­the Uni­ver­si­tät Frank­furt am Main

Stu­di­um der Evan­ge­li­schen Theo­lo­gie in Tübin­gen und Bonn, der jüdi­schen Geschich­te und Phi­lo­so­phie an der Hebrew Uni­ver­si­ty, Jeru­sa­lem, und der Juda­is­tik an der Hoch­schu­le für Jüdi­sche Stu­di­en in Hei­del­berg; 2007-2010 Pro­fes­sor für jüdi­sche Geschich­te und Direk­tor des Cent­re for Ger­man Jewish Histo­ry an der Uni­ver­si­ty of Sus­sex; seit 2010 Mar­tin Buber-Pro­fes­sur für Jüdi­sche Reli­gi­ons­phi­lo­so­phie an der Goe­the Uni­ver­si­tät Frank­furt am Main; ver­schie­de­ne Gast­pro­fes­su­ren und For­schungs­auf­ent­hal­te, u.a. am Her­bert D. Katz Cen­ter for Advan­ced Judaic Stu­dies an der Uni­ver­si­ty of Penn­syl­va­nia, an der Uni­ver­si­ty of Sus­sex, am Tri­ni­ty Col­le­ge (Dub­lin), am Dart­mouth Col­le­ge (Hano­ver, N.H.) und an der McG­ill Uni­ver­si­ty (Mon­tréal).
For­schungs- und Inter­es­sens­schwer­punk­te: Jüdi­sche Reli­gi­ons­phi­lo­so­phie der Neu­zeit; Deutsch-jüdi­sche und euro­pä­isch-jüdi­sche Geis­tes- und Kul­tur­ge­schich­te; Ame­ri­ka­nisch-jüdi­sche Geschich­te und Kul­tur; Geschich­te der jüdisch-christ­li­chen Bezie­hun­gen; Anti­se­mi­tis­mus­for­schung.

Die Auf­lis­tung wei­te­rer Mit­glie­der folgt in Kür­ze.

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