Aktuelle Mitglieder der AG Juden und Christen beim Deutschen Evangelischen Kirchentag

Dr. Dmitrij Belkin

© Dmitrij Belkin

Referent / Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk (ELES) – Jüdische Begabtenförderung / Historiker, Kurator, Autor / Berlin

Dr. Dmitrij Belkin (geb. 1971 in der UdSSR), Historiker, Ausstellungsmacher, Publizist, Referent bei ELES und Vorstandsmitglied der AG Juden und Christen beim Deutschen Evangelischen Kirchentag. Dezember 1993: Auswanderung nach Deutschland als jüdischer ›Kontingentflüchtling‹. Studierte Geschichte und Philosophie in Dnepropetrovsk (Ukraine) und Tübingen, wo er auch promovierte. Tätigkeit als Wissenschaftlicher Mitarbeiter in Tübingen (Institutum Judaicum) und Frankfurt (MPI für Rechtsgeschichte). Forschungsaufenthalt in den USA, Stipendien an der NYU und Harvard University. Kurator im Jüdischen Museum Frankfurt, breit diskutierte Ausstellungen »Ausgerechnet Deutschland! Jüdisch-russische Einwanderung in die Bundesrepublik« (2010), »Bild dir dein Volk! Axel Springer und die Juden« (2012-13). Monographie mit den zahlreichen jüdisch-christlichen Bezügen: »Gäste, die bleiben: Vladimir Solov’ev, die Juden und die Deutschen« (Hamburg, 2008). Akademische Artikel sowie Veröffentlichungen in der gesamtdeutschen Tagespresse und öffentliche Auftritte. 2016 erschien im Campus Verlag sein deutschlandweit diskutiertes Buch »Germanija. Wie ich in Deutschland jüdisch und erwachsen wurde«. Im Juni 2017 erscheint der von ihm mitherausgegebene Band »Neues Judentum – altes Erinnern? Zeiträume des Gedenkens« (Hentrich & Hentrich); Foto: Gerhard Pauly

Dr. Dmitrij Belkin

© Dmitrij Belkin

Referent / Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk (ELES) – Jüdische Begabtenförderung / Historiker, Kurator, Autor / Berlin

»Wir Migranten und Migrantinnen sind Chamäleons. Wir müssen mimikrieren. Wie passe ich mich so an, dass das halbwegs geht und ich den Anderen und mir selbst nicht so fremd vorkomme? Wer kennt diese Frage nicht? Wenn eine migrantische Situation dazu noch jüdisch ist und das Ganze sich in Deutschland abspielt, wird der neurotische Zusammenhang perfekt. Die Suche nach den wenigen adäquaten Orten des eigenen Agierens wird nicht selten zu einer paradoxen Achterbahnfahrt. Wenn man diesen Ort findet – die AG ist für mich sicherlich einer davon – will man die Verantwortung übernehmen. Meine Vision für die AG und den jüdisch-christlichen Dialog ist vor allem kommunikativer und sprachpolitischer Natur: Wie entstaubt man die Denk- und Sprachfiguren der Vergangenheit, die heute höchstens zu musealisieren sind? Wie kommuniziert man miteinander und mit der Außenwelt in einer Sprache, die der jungen Generation (etwa unserer Stipendiaten) zugänglich ist und zugleich Geschichte und Erinnerung nicht über Bord wirft? Wie berücksichtigt man im Dialog die (religiöse) Geschichte einer hierzulande immer noch kaum bekannten Gruppe namens ›postsowjetische Juden‹, die im Wesentlichen das Judentum Deutschlands von heute sind? Wie gestaltet sich eine interreligiöse und kommunikative ›Augenhöhe‹ der Juden und Christen in einer Situation, in der man sich für ›die Augen‹ des/der Anderen immer weniger zu interessieren scheint? Sich diesen Themen gewohnt fundiert und motivierend innovativ zu widmen, könnte die schöne Agenda ›meiner‹ AG der Zukunft sein.«

Dr. Dmitrij Belkin

© Dmitrij Belkin

Referent / Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk (ELES) – Jüdische Begabtenförderung / Historiker, Kurator, Autor / Berlin

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Dany Bober

Dany Bober © Thomas Waschik

Schauspieler und Liedermacher

Ich bin 1948 im Norden Israels geboren. 1956 remigrierten meine Eltern mit mir in die Geburtsstadt meines Vaters, Frankfurt am Main. Hier bin ich aufgewachsen und lebe seit 1976 in Wiesbaden (Foto: Thomas Waschik).

Dany Bober

Dany Bober © Thomas Waschik

Schauspieler und Liedermacher

»Seit 1975 ›singe und sage‹ ich in deutschsprachigen Ländern vom Judentum, leiste auf Veranstaltungen der Deutschen Katholikentage meine Lied- und Wortbeiträge und bin seit 1980 aktives Mitglied der AG. Aus diesem Grunde laden mich auch gerne liberale Synagogen- und Kirchengemeinden ein. Darüber hinaus habe ich einen großen Kreis unserer säkularen und pluralistischen Gesellschaft in Theater- und Rathausfoyers, auf Kleinkunstbühnen, durch Verpflichtungen bei Kunstvereinen, demokratisch politischen Parteien und Gewerkschaften erreicht.

Mein ›Feature‹-Programm – eine beliebte Kleinkunstform in der Zeit der Weimarer Republik: Im Mittelpunkt eines Theaterstückes steht nicht die Handlung, sondern ein Thema, das mit den unterschiedlichsten Stilelementen wie Lied, Bericht, Plauderei und Humor abgehandelt wird – ist ein Streifzug durch die Geschichte des Judentums.  Von teilweise eigenen Vertonungen der Psalmen König David und Salomo führt mein Programm über das babylonische Exil, die hellenistische und römische Zeit sowie das mittelalterliche Spanien – und nach einer Pause – zum deutschen Judentum sowie  den jiddischen Volksweisen Osteuropas. Zwischen den Liedern erzähle ich die Geschichte, die den Rahmen zu meinen Liedern bildet. Prosa und Gedichte aus dem jüdisch-preußischen Berlin und Frankfurt am Main des 19. Jh. runden das Feature liebevoll-ironisch ab. Die Frankfurter Rundschau schrieb: ›…. Ein Abend der zeigte, dass Unterhaltung durchaus was mit Haltung zu tun hat. Und dass es möglich ist, ein ernsthaftes Thema ohne die durchkonstruierte Handlung eines Theaterstückes publikumswirksam auf die Bühne zu bringen.‹«

Prof. Dr. Micha Brumlik

Micha Brumlik © Universität Frankfurt

Erziehungswissenschaftler und Publizist

Geboren 1947 in Davos, Schweiz, lebt heute in Berlin. Nach einem Studium der Pädagogik und Philosophie in Jerusalem und Frankfurt/Main war er wissenschaftlicher Assistent der Pädagogik in Göttingen und Mainz, danach Assistenzprofessor in Hamburg. Von 1981 bis 2000 lehrte er Erziehungswissenschaft an der Universität Heidelberg. Von 2000-2013 Professor am Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaft der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main mit dem Schwerpunkt »Theorie der Erziehung und Bildung«. Daneben leitete er von Oktober 2000 bis 2005 als Direktor das Fritz Bauer Institut, Studien- und Dokumentationszentrum zur Geschichte und Wirkung des Holocaust, in Frankfurt am Main. Forschungsschwerpunkte: Pädagogik,  Ethik, Theorie und Empirie moralischer Sozialisation, Religionsphilosophie.
Gegenwärtig ist er »Senior Advisor« am Zentrum jüdische Studien Berlin /Brandenburg und Mitherausgeber von »Jalta – Positionen zur jüdischen Gegenwart«; letzte Buchpublikation: Wann, wenn nicht jetzt. Versuch über die Gegenwart des Judentums, Berlin 2015. Weitere Informationen finden sich auch auf michabrumlik.de.

Prof. Dr. Alexander Deeg

Professor für Praktische Theologie an der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig

Studium der Evangelischen Theologie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen/Nürnberg sowie der Judaistik und Theologie an der Hebrew University (Jerusalem) im Studienprogramm Studium in Israel. Seit 2007  Schriftleiter (zusammen mit Prof. Martin Nicol) der Göttinger Predigtmeditationen; von 2009 bis 2011 Leiter des Zentrums für evangelische Predigtkultur der EKD in Wittenberg; seit 2010 Fachberater, seit 2017 Vorsitzender des Liturgischen Ausschuss der VELKDseit 2011 Professor für Praktische Theologie an der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig.

Prof. em. Dr. Jürgen Ebach

Jürgen Ebach, © HGVorndran

Emeritierter Professor für Exegese und Theologie des Alten Testaments und biblische Hermeneutik, Bochum

Geb. 1945; 1972 Promotion in Hamburg; 1975 Habilitation in Bochum; 1983 bis 1996 Professor für Biblische Exegese und Theologie an der Universität Paderborn; 1996 bis 2010 Professor für Exegese und Theologie des Alten Testaments und biblische Hermeneutik an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum.

Arbeitsschwerpunkte: Exegese alttestamentlicher Bücher und Themen und ihrer Rezeptionsgeschichte; Theologie des Alten Testaments; Biblische und jüdische Hermeneutik; Übersetzungshermeneutik; jüdisch-christlicher Dialog (Foto: HGVorndran)

Dr. Volker Haarmann

Volker Haarmann

Dezernent für christlich-jüdischen Dialog / Evangelische Kirche im Rheinland / Kirchenrat Pfarrer, Düsseldorf

Studium der Evangelische Theologie und Jüdische Studien in Wuppertal, Heidelberg, Jerusalem; M.A. in Jüdischen Studien, Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg; Visting Fellow am „Centre for the Study of World Relgions“, Harvard University; Promotion im Fachbereich Altes Testament, Universität Tübingen; seit 2011 in der Abteilung „Theologie und Ökumene“, Dezernat 1.1 Theologische Grundsatzfragen.

Dr. Volker Haarmann

Volker Haarmann

Dezernent für christlich-jüdischen Dialog / Evangelische Kirche im Rheinland / Kirchenrat Pfarrer, Düsseldorf

»H.-J. Kraus, der erste Vorsitzende der AG, hat einmal gesagt: ›Das Verhältnis der Kirche zu Israel, wie es sich auch gestaltet, muß die christliche Kirche im Zentrum ihres Seins berühren.‹ Für mich gehört die AG daher zu den Stammzellen, die die Erneuerung unserer Kirche anstoßen und vorantreiben können und müssen. Es geht hier nicht um ein Spezialthema, sondern um unseren Zugang zu den biblischen Texten und um unser Kirchesein überhaupt. Der biblische Friedensauftrag von Juden und Christen, von dem R. R. Geis und H.-J. Kraus schon beim Kirchentag 1967 gesprochen haben,  bleibt m.E. eines der zentralen Themen auch für die Zukunft:  ›Wir müssen mitten hinein in die Enttäuschungen der Geschichte, nicht aus ihnen heraus‹, mahnte Geis damals gegenüber einem Rückzug des christlich-jüdischen Gesprächs aus dem Politischen.«

Milena Hasselmann

Milena Hasselmann, © Privat

Wiss. Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Neues Testament, Universität Greifswald

Geb. 1988 in Frankfurt am  Main; 2007-2013 Studium der ev. Theologie und Judaistik in Tübingen, Jerusalem, Marburg und Berlin; seit 2014 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Neues Testament an der Universität Greifswald; ebenfalls seit 2014 Mitarbeiterin in der ev. Gefängnisseelsorge der JVA Tegel, Berlin; seit 2013 Mitglied der AG Juden und Christen beim Deutschen Evangelischen Kirchentagseit 2017 Mitglied des Vorstandes von Studium in Israel e.V.

Milena Hasselmann

Milena Hasselmann, © Privat

Wiss. Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Neues Testament, Universität Greifswald

»Ich bin das erste Mal mit der AG in Kontakt gekommen, als ich mich um ein Studienjahr an der Hebräischen Universität bei ›Studium in Israel‹ bewarb. Das Studienjahr in Jerusalem hat mir bewusst werden lassen, wie nötig ein Umdenken in Theologie und Kirche war und wie wenig abgeschlossen es bis heute ist. Die AG ist für mich ein Raum, in dem ehrlich und mit Herzblut um Fragen des jüdisch-christlichen Dialogs gerungen wird, die nicht nur an Theologie und Kirche gerichtet sind, sondern auch weit in das nicht-religiöse Leben hineinreichen. Das Besondere an dieser AG ist, dass die Streitlinien nicht vorrangig entlang der Religionszugehörigkeit, sondern oft quer dazu verlaufen.«

Marie Hecke

Marie Hecke © Privat

Repetentin der Hannoverschen Landeskirche/ Georg-August-Universität/ Göttingen

Geb. 1986 in Göttingen; 2006-2007 Europäischer Freiwilligendienst mit Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V. in Minsk, Belarus; 2007-2015 Studium der ev. Theologie und Judaistik in Leipzig, Münster, Jerusalem und Berlin; 2015 Theologische Assistentin, Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V.; Seit Oktober 2015 Repetentin am Evangelischen Studienhaus der Hannoverschen Landeskirche, Göttingen.

Prof. Dr. Doron Kiesel

 

Doron Kiesel, © Marco Limberg

Wissenschaftlicher Direktor der Bildungsabteilung des Zentralrats der Juden in Deutschland

Professor em. für Interkulturelle und Internationale Pädagogik und Soziale Arbeit an der Fachhochschule Erfurt; zahlreiche Veröffentlichungen zu migrationspädagogischen und migrationssoziologischen Fragen; Forschungsschwerpunkt: Untersuchungen zur Integration russischsprachiger Juden in Deutschland seit 1990; seit 2012 Wissenschaftlicher Direktor der Bildungsabteilung des Zentralrats der Juden in Deutschland (Foto: Peter Michaelis).

Prof. Dr. Doron Kiesel

Doron Kiesel, © Marco Limberg

Wissenschaftlicher Direktor der Bildungsabteilung des Zentralrats der Juden in Deutschland

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Dr. Joachim Krause

Joachim Krause © Privat

Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Literaturgeschichte des Alten Testaments, Evangelisch-theologische Fakultät, Eberhard Karls Universität Tübingen

Seit 2015: Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Literaturgeschichte des Alten Testaments; 2012–2015: Vikariat und Pfarrdienst an der Christuskirche Stuttgart und in Nürtingen, Ordination zum Pfarrer der Evangelischen Landeskirche in Württemberg; 2013: Promotion zum Doktor der Theologie; 2008–2011: Dissertation zur Komposition des Josuabuches; 2009: Forschungsaufenthalt an der Yale University; 2005–2008: Studium der Evangelischen Theologie und semitischer Sprachen an der Eberhard Karls Universität Tübingen; 2005–2007: Wissenschaftliche Hilfskraft bei Prof. Dr. Erhard Blum und Tutor für Altes Testament;  2004–2005: Studium der rabbinischen Literatur, semitischer Sprachen sowie des Alten und Neuen Testaments an der Hebräischen Universität in Jerusalem; 2000–2004: Studium der Evangelischen Theologie an der Humboldt-Universität sowie der Politologie und politischen Philosophie an der Freien Universität Berlin; 2000: Nord- und Südamerikareise; 1998–1999: Zivildienst in der City-Station für Obdachlose der Berliner Stadtmission; 1998 Abitur am Hölderlin-Gymnasium Lauffen am Neckar

Elisabeth Krause-Vilmar

Elisabeth Krause-Vilmar © Privat

Pfarrerin, Marburg; Mitglied in der Präsidialversammlung des Deutschen Evangelischen Kirchentags und im ÖRK-Zentralausschuss

Geb. 1982 in Kassel; 2003-2009 Studium der Evangelischen Theologie in Marburg, Hamburg und Jerusalem mit Abschluss 1. Kirchliches Examen der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck; 2010-2011 Assistentin in der Studienleitung des Deutschen Evangelischen Kirchentags; 2011-2013 Vikariat in der Gemeinde der Christuskirche in Fulda mit Abschluss 2. Theologisches Examen und Ordination; seit 2013: Mitarbeiterin am Hans-von-Soden-Institut für Theologische Forschung in Marburg.

Elisabeth Krause-Vilmar

Elisabeth Krause-Vilmar © Privat

Pfarrerin, Marburg; Mitglied in der Präsidialversammlung des Deutschen Evangelischen Kirchentags und im ÖRK-Zentralausschuss

»Ich habe die AG über meine Arbeit beim Kirchentag kennengelernt. Mir fiel schnell auf: Die AG ist etwas ganz besonderes! Bei den Treffen wird kontrovers und heiter diskutiert und gleichzeitig werden lebensnahe und relevante Veranstaltungen für den Kirchentag geplant. Viele Mitglieder haben sich ein Leben lang – wissenschaftlich und persönlich – begleitet, sich gemeinsam für den Dialog eingesetzt und scheinbare Selbstverständlichkeiten in Theologie und Kirche hinterfragt.«

Pfarrer Wolfgang Kruse

Wolfgang Kruse, © privat

Kirchenrat, Referent für Fort- und Weiterbildung in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Stuttgart

Jahrgang 1956, Theologiestudium in Tübingen, Berlin, Heidelberg und Jerusalem; Gemeindepfarrdienst in Bad Wimpfen, Neuhausen a.d.F., London und Oxford; seit 2015 Referent für Fort- und Weiterbildung im Pfarrdienst; Landeskirchlicher Beauftragter für den Kirchentag Stuttgart 2015.

Pfarrer Wolfgang Kruse

Wolfgang Kruse, © privat

Kirchenrat, Referent für Fort- und Weiterbildung in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Stuttgart

»Seit dem Studienjahr an der Hebräischen Universität Jerusalem 1979/80 im Rahmen des Studienprogramms Studium in Israel engagiere ich mich im christlich-jüdischen Gespräch. Mir ist wichtig, dass die Erkenntnisse dieses theologischen Austauschs ihre Relevanz auch für die pfarramtliche Praxis erhalten. Dazu dienen die von mir 1996 ins Leben gerufenen ›Predigtmeditationen im christlich-jüdischen Kontext‹. Eine besondere Chance sehe ich in dem Lehrhaus-Format, das es interessierten Kirchentagsbesucher*innen ermöglicht, in Workshop-Veranstaltungen ihre Fragen zum christlich-jüdischen Verhältnis einzubringen. Dabei zeigt sich, dass wir die ganz grundsätzlichen Fragen immer wieder neu buchstabieren müssen.«

Jonas Leipziger M.A.

 

Jonas Leipziger, © J.Wetzka

Wiss. Mitarbeiter an der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg und der Universität Heidelberg

Studium der Evangelischen Theologie und Jüdischen Studien in Neuendettelsau, Heidelberg, Hanover (NH, USA) und Jerusalem; Wiss. Assistent von Prof. Dr. Hanna Liss an der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg; Dissertationsprojekt zu Lesepraktiken und Theorien des Lesens im Antiken Judentum; Mitglied im Sonderforschungsbereich 933 Materiale Textkulturen in Heidelberg und Assoziiertes Mitglied des Graduiertenkollegs 1728 Theologie als Wissenschaft in Frankfurt am Main; Alumnus der Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerkes.

Jonas Leipziger M.A.

Jonas Leipziger, © J.Wetzka

Wiss. Mitarbeiter an der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg und der Universität Heidelberg

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Pfarrer i.R. Martin Majer

Martin Majer © Privat

Muhr am See

Jahrgang 1948, im Ruhestand seit 2012

Pfarrer i.R. Martin Majer

Martin Majer © Privat

Muhr am See

»Von 1973 bis 1975 war ich dienstlich in Jerusalem tätig. Diese Zeit war für mich geprägt von vielen Begegnungen mit Menschen, die unterschiedlichen Religionen und Strömungen angehören. Nach meiner Rückkehr kam ich (beim Frankfurter Kirchentag von 1975) zur AG.Begegnungen sind mir wichtig: vor Ort, in der Region und in Israel. Als Ergänzung dazu betreibe ich ›Theoriebildung‹. Mein Hauptinteresse gilt der philologischen Erforschung der synoptischen Evangelien, um die (sprachliche) Textgeschichte für die (religiöse) Entwicklungsgeschichte fruchtbar zu machen.«

Prof. em. Dr. Gerhard Marcel Martin

Gerhard Marcel Martin © Privat

Philipps- Universität Marburg / Hochschullehrer, Pfarrer

*1942 / Studium Ev. Theologie und Philosophie / 1970-1975 Mittelbau Universität Tübingen / 1975-1982 Studienleiter Ev. Akademie Arnoldshain / 1982-2007 Professor für Praktische Theologie Marburg, ab 1999 auch Universitätsprediger / 2006-2008 Gastprofessur an der (buddhistischen) Otani University Kyoto/Japan. Arbeitsschwerpunkte: mehrdimensionale Hermeneutik religiöser Texte und Riten. Bibliodrama. Spiritualität. Dialog: Theologie / Tiefenpsychologie / Ästhetik. Interreligiöser Dialog..

Prof. em. Dr. Gerhard Marcel Martin

Gerhard Marcel Martin © Privat

Philipps- Universität Marburg / Hochschullehrer, Pfarrer

»Ziel der Arbeit der AG für mich ist die persönliche und themenorientierte Begegnung zwischen Juden/Jüdinnen und Christen/Christinnen im gesellschaftlich und auch religionssoziologisch reflektierten Zusammenhang, zentriert auf die Gegenwärtig-Setzung der teils gemeinsamen, teils getrennten Traditionen. Dabei ist mir sowohl gruppendynamisch wie sachbezogen der Einsatz verschiedener, besonders auch ästhetischer Medien sehr wichtig (z.B. Bibliodrama).«

Prof. Dr. Frederek Musall

 

Frederek Musall, © HfJS

Professor für Jüdische Philosophie und Geistesgeschichte an der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg

Forschungsgebiete: Jüdische Philosophie und ihre Beziehungen zum arabisch-islamischen Denken und der Geschichte der Juden in der arabisch-islamischen Welt; Mitglied des Sonderforschungsbereichs Materielle Textkulturen – Materialität und Präsenz des Geschrieben in non-typographischen Gesellschaften; Wissenschaftliches Beiratsmitglied des Instituts für Islamische Studien (IFIS) in Mannheim.

Prof. Dr. Frederek Musall

 

Frederek Musall, © HfJS

Professor für Jüdische Philosophie und Geistesgeschichte an der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg

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Pfr. i.R. Werner Schneider-Quindeau

© Werner Schneider-Quindeau

Mitglied von „ImDialog“, AK für jüdisch-christlichen Dialog in der Ev. Kirche in Hessen und Nassau

Geb. 1949, Studium der Ev. Theologie und Philosophie in Bethel/Bielefeld und Göttingen, 1975-1982 wiss. Assistent für Systematische Theologie in Göttingen, 1984-1989 Gemeindepfarrer in Walldorf bei Frankfurt/M. 1990-2000 Studienleiter am Theologischen Konvikt in Frankfurt, 2000-2007 Pfarrer für Gesellschaftliche Verantwortung, 2007-2015 Pfarrer für Stadtkirchenarbeit in Frankfurt, 1993-1999 Vorsitzender des Fördervereins „Fritz-Bauer-Institut“, Studien- und Dokumentationszentrum zur Auseinandersetzung mit dem Holocaust, seit 1987 Vorsitzender der Jury der Ev. Filmarbeit, 1999-2004 Filmbeauftragter des Rates der EKD.

Pfr. i.R. Werner Schneider-Quindeau

© Werner Schneider-Quindeau

Mitglied von „ImDialog“, AK für jüdisch-christlichen Dialog in der Ev. Kirche in Hessen und Nassau

»Über meine Göttinger theologischen Lehrer Hans-Joachim Kraus und Hans Georg Geyer bin ich bereits als Student intensiv mit den Fragen des Verhältnisses zwischen Judentum und Christentum konfrontiert worden. Die Überwindung christlichen Antijudaismus, der wesentlich zur Entstehung des modernen Antisemitismus beigetragen hat, wurde für mich ein zentrales Studienziel. Was über Jahrhunderte wirksam war, lässt sich allerdings nicht einfach in ein paar Jahrzehnten korrigieren. Kontinuierliche Dialoge, vertiefte Wahrnehmung und kritische Überprüfung sind nötig, um die entsprechende Veränderung des christlichen Denkens nachhaltig zu bewirken. Dialoge in Israel und in New York haben mir bei dieser Neuformulierung meiner Theologie sehr geholfen. Auch die AG ist für mich ein ausgezeichneter Ort dieser Neurorientierung. Meine Vision ist, dass Jüdinnen/Juden und Christinnen/Christen sich als zwei Teile des einen Volkes Gottes verstehen, die auf je eigene Weise und in gegenseitiger Anerkennung in Wort und Tat Zeugnis ablegen von Gottes Willen und seiner Offenbarung für seine Geschöpfe. Dabei entsteht eine freundschaftliche Verbundenheit, die Ausdruck der von Gott gebotenen Liebe ist.«

Prof. Dr. Bernd Schröder

Bernd Schröder, © Privat

Professor für Praktische Theologie mit Schwerpunkt Religionspädagogik, Georg-August-Universität Göttingen

*1965; Studium der Ev. Theologie und der Judaistik 1984-1991, u.a. ein Jerusalemer Studienjahr ›Studium in Israel‹ 1987/88;  Promotion im Fach Judaistik 1994 bei Prof. Dr. Peter Schäfer, FU Berlin; Habilitation im Fach Praktische Theologie 2000 an der Universität Münster; 2001-2011 Professor für Religionspädagogik an der Universität des Saarlandes, Saarbrücken; seit 2011 Professor für Praktische Theologie mit Schwerpunkt Religionspädagogik an der Georg-August-Universität Göttingen;  2006-2011 Vorsitzender des Ausschusses ›Christen und Juden‹ der Ev. Kirche im Rheinland; seit 2014 Vorsitzender von ›Studium in Israel e.V.‹

Prof. Dr. Bernd Schröder

Bernd Schröder, © Privat

Professor für Praktische Theologie mit Schwerpunkt Religionspädagogik, Georg-August-Universität Göttingen

»Die Erneuerung des Verhältnisses von Christen und Juden hat stets auch eine (religions-)pädagogische Dimension: Es geht um die Initiierung bzw. Fortschreibung eines Lernprozesses. Neben theologischen und gesellschaftspolitischen Themen halte ich deshalb Bildung – Lernbereitschaft im Blick auf den Anderen und die Wege der eigenen Religionsgemeinschaft – für eine unverzichtbare Dimension christlich-jüdischen Dialogs. Ich würde mir deshalb wünschen, dass die AG auch Veranstaltungen Schüler/innen, für junge Erwachsene, für Multiplikator/inn/en anbietet, die nicht schon über profundes Wissen im Bereich der jeweils eigenen theologischen Tradition verfügen. Christlich-jüdisches Gspräch soll vielmehr Lust machen, in die je eigene Tradition hineinzuschauen – auch mit Hilfe ungewöhnlicher Medien (Film, sequentielle Kunst, Pilgerschaft).«

Dr. h.c. Ulrich Schwemer

Ulrich Schwemer © Privat

Mitglied von ImDialog – Ev.Arbeitskreis für das christlich-jüdische Gespräch in Hessen und Nassau, Pfr. i.R., Michelstadt

Gemeindepfarrer 1972 bis 1984 in Frankfurt am Main, 1984-2009 in Michelstadt, Bergstraße; Vorsitzender von ImDialog (damals: Ev. Arbeitskreis Kirche und Israel in Hessen und Nassau) 1973 bis 2006; Gründungsmitglied und Vorsitzender der Konferenz Landeskirchlicher Arbeitskreise Christen und Juden im Bereich der EKD 1978 bis 2000; Gründungsmitglied von Studium in Israel

Dr. h.c. Ulrich Schwemer

Ulrich Schwemer © Privat

Mitglied von ImDialog – Ev.Arbeitskreis für das christlich-jüdische Gespräch in Hessen und Nassau, Pfr. i.R., Michelstadt

»Als Gemeindepfarrer lag und liegt mir die praktische Umsetzung der Ergebnisse der theologischen Debatten und Bibelarbeiten der AG für die Gemeindearbeit am Herzen. Deshalb setze ich mich für die Weiterentwicklung des Experimetes gemeinsamer religiöser Feiern ein. Hier können Juden und Christen gemeinsam auf der Grundlage der Bibel und in gegenseitigem Respekt voreinander Feiern erarbeiten, die den gemeinsamen Gott verehren und zugleich auch die Unterschiede ausdrücken.«

Aline Seel

Aline Seel, © privat

Vikarin in Berlin Kreuzberg

Vikarin der Ev. Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz; langjährige Mitarbeit bei Aktion Sühnezeichen Friedensdienste 
e.V.; Mitinitiatorin des Netzwerks antisemitismus- und rassismuskritische Religionspädagogik und Theologie; ihre Schwerpunkte sind assismuskritische und antisemitismuskritische Bildungsarbeit im kirchlichen Bereich und NS-Erinnerung  (Foto: Privat).

Dr. Christian Staffa

 

Christian Staffa, © Andreas Schoelzel

Studienleiter für Demokratische Kultur und Kirche an der Evangelischen Akademie zu Berlin

Langjähriger Geschäftsführer von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V. (ASF); Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung AMCHA, Mitglied des Kuratoriums Instituts Kirche und Judentum, Mitglied im SprecherInnerat der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus und Vorstandsmitglied der Martin-Niemöller-Stiftung (Foto: Andreas Schoelzel).

Dr. Christian Staffa

 

Christian Staffa, © Andreas Schoelzel

Studienleiter für Demokratische Kultur und Kirche an der Evangelischen Akademie zu Berlin

Als ich anfing Theologie zu studieren wurde mir eine nicht antijüdische Lesart von Paulus und ein Wahrnehmen der hebräischen Bibel wichtig, weil ich mit der gängigen Individualisierung und Spiritualisierung des christlichen Glaubens unzufrieden war. Die Unempfindlichkeit evangelischer Theologie gegenüber kirchlichem Versagen zur Nazizeit, der großflächigen Einstimmung in Judenhass, -vertreibung und -mord,  stieß mir auf und mich ab. Das wies mich an jüdische Gesprächspartner, um allererst mal zu verstehen, welche Folgen, welche Gefühle und welche Perspektiven Juden und Jüdinnen in den USA, Israel und Deutschland auf diese so gegenwärtige Geschichte haben. Dabei erst entdeckte ich die Gegenwart der Geschichte, die mich dann als politisch historischer Begriff zu Aktion Sühnezeichen brachte und fortan begleitete. As richtete sich gegen jene die Beschäftigung mit Geschichte als rückwärtsgerichtet verstanden und verstehen.

Diese Eindrücke konnten nicht an meiner Theologie vorbei gehen, sondern sind zentral geworden. Was ist das Potential des Christentums zu einer mörderischen Religion zu werden? Ist Widerstehendes eingeschrieben in unsere Tradition, in Schrift und Lesarten, Praxis und Theorie? Die Anforderung an uns, dass Auschwitz nicht nochmal sei, ist leider keine Formel, die in der Theologie geboren wurde. Ein Grund das Unempathische und Unbußfertige an unserer Kirche zu bedauern und Umkehr zu fordern und selbst zu versuchen. Dass es jüdische Gesprächspartner*innen auf diesem Weg gibt, ist ein großes Geschenk. Tatsächlich entdecken wir inzwischen auch gemeinsam Neues.

Seit einigen Jahren beschäftigt mich die Frage, was  zu einem Bewusstsein führt, dass von sich behauptet, sich nur in den Dialog begeben zu können, wenn sie/er genau wisse, wer er oder sie sei. Nur wer wisse wo er/sie stehe und von da aus ein festes Profil für das Gegenüber abgeben könne, sei gesprächsfähig.  Meine Erfahrung aus christlich-jüdischem, aus interkulturellen und aus Gesprächen der zweiten und dritten Generation Nachkommen Opfer und Täter*innen (um, einmal dieses etwas unterkomplexe Schema zu benutzen) zeigte anderes. Ich selbst und nach meiner Beobachtung auch viele andere entdeckten oder entwickelten völlig ihnen bis dahin unbekannte Seiten im Gespräch, Sichere wurden unsicher, Unsichere wurden sicherer. Sätze wurden ausprobiert und fühlten sich im Ohr der anderen gut an oder auch nicht.
Dieses Ausprobieren hört auch mit viel Erfahrung nicht auf. Sicher wird es angereichert durch mehr Theorieaneignung, mehr Erfahrungen mit Texten, Kontexten, Menschen und deren Biographien und mit dem Wissen um die Vielfalt und auch Dissonanzen des Eigenen. Unverzichtbar und im wahrsten Sinne des Wortes bewegend!

Dr. Christian Staffa

Christian Staffa, © Andreas Schoelzel

Studienleiter für Demokratische Kultur und Kirche an der Evangelischen Akademie zu Berlin

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Prof. Dr. Angela Standhartinger

© Angela Standhartinger

Professorin für Neues Testament an der Philipps-Universität Marburg

Studium der Evangelischen Theologie in Frankfurt am Main, München und Heidelberg; 1 Jahr Studium an der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg; 1993-1998 Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Martin-Buber-Stiftungsgastprofessur in Frankfurt am Main; seit 2000 Professorin in Marburg.

Prof. Dr. Angela Standhartinger

© Angela Standhartinger

Professorin für Neues Testament an der Philipps-Universität Marburg

»In die AG Juden und Christen wurde ich als Universitätsprofessorin eingeladen, die sich für die Vielfalt des antiken Judentums interessiert und im Neue Testament vielfältige jüdische Stimmen hört. Wichtig ist mir, gegen Konstruktionen von Judentum anzudenken, auf dessen Rücken sich das Christentum sich zu profilieren können meint. Das Ziel unserer Arbeit sehe ich darin, das im jüdisch-christlichen Gespräch Erreichte zu verbreiten und auf neuen Wegen weiterzudenken. Jüd_innen und Christ_innen verbindet der Bezug auf die gleichen heiligen Texte, wobei jede Religion weitere Texte hinzufügt. In ihrer Geschichte hat sich christliche Theologie vielfach schuldig gemacht gegenüber dem Judentum. Bessere Theologie kann nur in Reflexion dieser Geschichte entstehen. Die AG Juden und Christen ist etwas Besonderes, weil sie viele Akteure und Akteurinnen in unterschiedlichen Funktionen verbindet und  einen vertrauensvollen Rahmen bietet, in dem neue Themen auch kontrovers angesprochen werden können.«

Pfarrerin Andrea Thiemann

Vorsitzende von ImDialog. Evangelischer Arbeitskreis für das christlich-jüdische Gespräch in Hessen und Nassau, Pfarrerin in der Kirchengemeinde Bickenbach an der Bergstraße (EKHN)

Geboren am 29.10.1966 in Osnabrück, Niedersachsen; 1986 Abitur Ratsgymnasium, Osnabrück; Auslandsaufenthalt: 09/1986-01/1987, Israel, Arbeitseinsatz im Kibbuz Nir Am, Negev; Studium: 03/1987-02/1990, Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung, Köln; Fachhochschule der Deutschen Bundespost, Dieburg, Studienabschluss: Diplom-Verwaltungswirtin; 03/1990-06/1999, Ruprecht-Karls-Universität, Heidelberg, Studienabschluss: Diplom-Theologin; Auslandsstudium: 06/1994-06/1995, Hebräischen Universität, Jerusalem, Studienprogramm Studium in Israel; Berufstätigkeit: 03/1990-01/2006, Deutsche Bundespost, Deutsche Post AG, Sachbearbeiterin, Gruppen-/Projektleiterin, Heidelberg, Darmstadt; 05/2000-1/2009, International Council for Christians and Jews (ICCJ), Martin-Buber-Haus, Bildungsreferentin, Heppenheim; seit 09/2004 Mitglied ImDialog. Evangelischer Arbeitskreis für das christlich- jüdische Gespräch in Hessen und Nassau; seit 08/2015 Vorsitzende von ImDialog; 02/2009 – 11/2010 Vikariat Thomasgemeinde, Darmstadt; 28.10.2010 Zweites Theologisches Examen, EKHN; 12/2010 – 5/2011 Spezialpraktikum im Zentrum Ökumene, Frankfurt am Main, Fachbereich: Interreligiöser Dialog mit Judentum und Islam; seit 06/2011 Pfarrvikarin/Gemeindepfarrerin, Kirchengemeinde Bickenbach, Bergstraße

Pfarrerin Andrea Thiemann

Vorsitzende von ImDialog. Evangelischer Arbeitskreis für das christlich-jüdische Gespräch in Hessen und Nassau, Pfarrerin in der Kirchengemeinde Bickenbach an der Bergstraße (EKHN)

»In der Nachfolge meiner Vorgängerin als Vorsitzende von ImDialog, Gabriele Zander, bin ich erst seit Januar 2016 Mitglied in der AG. Bisher war ich keine leidenschaftliche Besucherin von Kirchentagen. Aber die Diskussionen und die eindrucksvolle und überzeugende Programmplanung der AG u.a. für das Lehrhaus beim nächsten Kirchentag in Berlin im Mai 2017 haben mich überzeugt, dass ich die Kirchentage bisher nur sehr einseitig als ›christliches Happening‹ wahrgenommen habe. Besonders wichtig sind mir die neuen Impulse aus jüdisch-christlicher Diskussion für eine sich verändernde Theologie bis in die Kirchengemeinden hinein.«

Prof. i.R. Dr. Klaus Wengst

Klaus Wengst © Privat

Emeritierter Professor für Neues Testament, Bochum

Geb. 1942; 1961-1967 Studium der Evang. Theologie; 1967 Promotion, 1970 Habilitation in Bonn; 1981-2007 Professor für Neues Testament in Bochum.

Prof. i.R. Dr. Klaus Wengst

Klaus Wengst © Privat

Emeritierter Professor für Neues Testament, Bochum

»Der Tatbestand, dass der erste Teil der christlichen Bibel zuvor jüdische Bibel war und es weiterhin ist, verursachte aufgrund des christlich beanspruchten Auslegungsmonopols christliche Judenfeindschaft. Inzwischen haben Christen erkannt, dass sie dieser Tatbestand fundamental zum Judentum in Beziehung setzt. Denn das Neue Testament basiert ganz und gar auf der ›Schrift‹, der jüdischen Bibel. Es kennt keinen anderen Gott als den in ihr bezeugten. Dieser enge Zusammenhang gibt dem christlich-jüdische Gespräch seine Besonderheit. So erhoffe ich mir – unter Respektierung bleibender Unterschiede und Grenzen – ein immer intensiver und breiter werdendes gemeinsames Lernen von Juden und Christen und ein gemeinsames Agieren im gesellschaftlich-politischen Raum.«

 Mag. Roland Werneck

Roland Werneck, © Privat

Gemeindepfarrer, Wels- Oberösterreich

Geb. 26.9. 1962 in Wien; Studium evang. Theologie in Wien, Heidelberg, Berlin; 1986/87 Studium in Israel; danach Religionslehrer an diversen Schulen und Mitarbeit in der Erwachsenenbildung; 1989-1993 Vikariat in Hallein, Graz und Berlin-Kreuzberg 1993-1997 Mitarbeiter im Modellversuch LER in Brandenburg; Ordination 1996; 1997-2001 Gemeindepfarrer in Wien-Gumpendorf; 2001-2011 Studienleiter an der Evang. Akademie Wien; seit 2011 Gemeindepfarrer in Wels/Oberösterreich; Mitglied bei der AG seit 1996; seit 2002 Delegierter der Evang. Kirche A.B. in Österreich bei der LEKKJ (Lutherische Europäische Kommission Kirche und Judentum)

 Mag. Roland Werneck

Roland Werneck, © Privat

Gemeindepfarrer, Wels- Oberösterreich

 

»Bereits am Beginn meines Theologiestudiums haben mich Veranstaltungen der AG Juden und Christen fasziniert, bewegt und bis heute nicht losgelassen. Nach Begegnungen auf Kirchentagen habe ich mir meine Studienorte und theologischen Lehrer gewählt (Rolf Rendtorff, Friedrich-Wilhelm Marquardt). Mein Anliegen ist die Vermittlung der gesellschaftspolitischen Dimension von Theologie. Das christlich-jüdische Gespräch ist die beste Medizin gegen Fundamentalismus und theologische Beliebigkeit. Es wirft uns immer wieder auf die wesentlichen Fragen zurück, wohin sich unsere Kirche entwickelt.«

Prof. Dr. Christian Wiese

Christian Wiese © Universität Frankfurt am Main

Inhaber der Martin-Buber-Professur, Goethe Universität Frankfurt am Main

Studium der Evangelischen Theologie in Tübingen und Bonn, der jüdischen Geschichte und Philosophie an der Hebrew University, Jerusalem, und der Judaistik an der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg; 2007-2010 Professor für jüdische Geschichte und Direktor des Centre for German Jewish History an der University of Sussex; seit 2010 Martin Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie an der Goethe Universität Frankfurt am Main; verschiedene Gastprofessuren und Forschungsaufenthalte, u.a. am Herbert D. Katz Center for Advanced Judaic Studies an der University of Pennsylvania, an der University of Sussex, am Trinity College (Dublin), am Dartmouth College (Hanover, N.H.) und an der McGill University (Montréal).
Forschungs- und Interessensschwerpunkte: Jüdische Religionsphilosophie der Neuzeit; Deutsch-jüdische und europäisch-jüdische Geistes- und Kulturgeschichte; Amerikanisch-jüdische Geschichte und Kultur; Geschichte der jüdisch-christlichen Beziehungen; Antisemitismusforschung.

Die Auflistung weiterer Mitglieder folgt in Kürze.

AG

c/o Ev. Akademie zu Berlin
Charlottenstraße 53/54
10117 Berlin (Mitte)